Wir treffen uns am Weltfrauentag, Hatice Akyün zeigt auf ihrem Handy ein Schwarz-Weiß-Foto, das sie anlässlich des Datums auf ihrem Facebook-Account gepostet hat. Es zeigt eine Frau mit einem Kopftuch vor einer Steinmauer. Sie hat ein Kind an der Hand und ein Baby auf dem Arm. Es ist Hatice Akyüns Mutter, sie ist das Baby auf dem Bild. Es entstand 1969 in einem anatolischen Dorf. 1972 folgte die Familie dem Vater nach Duisburg. Wir wollen über das derzeitige Verhältnis von Deutschland und der Türkei sprechen. Hatice Akyün wartet keine Frage ab, sondern redet sofort los.

Hatice Akyün: Wir bewegen uns gerade in einer endlosen Empörungsschleife. Mit Trump, der AfD und immer wieder mit Erdogan. Ich frage mich, ob das nicht ein bewusst eingesetztes Werkzeug ist, das Erdogan und die anderen benutzen, und ob wir nicht langsam aufhören sollten, auf diese Masche reinzufallen. Mit der Inhaftierung des deutschen Journalisten Deniz Yücel weitet Erdogan diese Masche auf Deutschland aus.

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