Die DDR auf Dauer/braucht weder Knast noch Mauer – ja, so kann man sich irren. Auch wenn dann ein solcher Irrtum nicht so schlimm ist, heißt man Wolf Biermann, der zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im Bundestag singen durfte. Dauer und Mauer, zusammengereimt, mehr nicht, und Biermann, so die Legende, hatte ein Reimlexikon, seiner Dichtkunst aufzuhelfen.

Einmal im Jahr durfte ich, obwohl 1971 abgehauen, nach Ost-Berlin. Erst zum Geburtstag meines Großvaters, dann, nachdem der gestorben war, zu dem meiner Mutter im März. Und so saß ich dann also im März 1989 mit ihr und meinem Bruder am Gendarmenmarkt in einem Restaurant, von dem beide meinten, es wäre das Beste, was sie zu bieten haben. Meine Mutter war mehr mit sich beschäftigt, mein Bruder mit seiner Partei, der SED, in die er in der Zeit eingetreten war, als ich gen Westen entfleuchte. Er hatte damals gesagt, die Partei sei nur von innen heraus zu verändern, ich hatte ihm entgegnet, die Partei würde doch wohl eher ihn verändern. Aber es stellte sich heraus, wir beide sollten nicht ganz recht behalten. Mein Bruder war verzweifelt: Gorbatschow, Glasnost, Perestroika, alles gut, alles könnte doch noch gut werden, aber seine dumme Partei wollte mit einem Mal nicht mehr von der Sowjetunion siegen lernen.

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