Frank Castorfs neue Inszenierung − ein fünfstündiger Assoziationsklops, in den unter anderem das titelgebende Enthauptungsdrama „Judith“ von Friedrich Hebbel hineingeknetet ist − lässt auch für den wackersten Volksbühnenmasochisten nichts zu wünschen übrig. In aller Ruhe kann man die Stufen des seelischen Schmerzes und der geistigen Unterwerfung hinabsteigen. Immer resistentere innere Widerstände sind zu überwinden, immer einsamer wird es um einen, immer dunkler und verwirrender.

Viele Zuschauer steigen zwischendurch aus, nicken ein, schimpfen vor sich hin, tun so, als durchblickten sie des Meisters tiefste Absicht, lächeln bitter über seine Eitelkeit und süß über die Lust der Spieler, genießen den Schauder pathetisch-profaner Austreibungsriten − und sie bleiben bis zum Schluss.

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