Berlin - Geschichtsprofessoren sind in Deutschland meistens ältere Herren, die viel Wert auf ihre Ernsthaftigkeit und Schwere legen. Die sozialen Medien meiden sie. Wenn jemand ihre Bücher schwer lesbar nennt, halten sie das für ein Kompliment. Hedwig Richter, seit 2019 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bundeswehr-Universität München, passte da nicht richtig rein. Sie ist 47 Jahre alt, hat 18.000 Follower auf Twitter und sitzt in Talkshows, wo sie gut gelaunt einem breiten Publikum Demokratiegeschichte erklärt. Ihr altmodischer Name, das frische Auftreten, ein hübscher Kontrast – so was mögen Journalisten und auch Buchverlage. Die Welt beschreibt sie gar als „Historiker-Influencerin“. Vergangenes Jahr erschien ihr Buch: „Demokratie. Eine deutsche Affäre“, es stand auf der Sachbuch-Bestenliste der Wochenzeitung Die Zeit, war für Preise im Gespräch und kommt bei vielen Lesern an. Eine vierte Auflage wird derzeit gedruckt.

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