Helena Zengel in ihrer Rolle als Benni in „Systemsprenger“
Foto: dpa

BerlinDie Preisträgerin sitzt an einem Tisch und kreischt. Dann lacht sie und beginnt zu sprechen. Passend zu ihrer Rolle als schwer erziehbares Kind drückt Helena Zengel ihren Jubel zunächst in einem großen Schrei aus. Das elfjährige Mädchen aus Berlin erhält den Deutschen Filmpreis 2020 für die beste weibliche Hauptrolle. Mit ihr nominiert waren Anne Ratte-Polle und Alina Serban. 

Helena Zengel ist die jüngste mit einer Lola ausgezeichnete Schauspielerin. Eigentlich ist sie ja Schülerin - und das noch ein paar Jahre. Mit der Schauspielerei hat sie allerdings bereits als Achtjährige angefangen. Und so war sie der schwierigen Aufgabe gewachsen, die Hauptrolle zu verkörpern in Nora Fingscheidts mutigem Film über die Schwierigkeiten der Gesellschaft mit Kindern, die nicht ins System passen. Helena Zengel spielt das Mädchen schüchtern und kraftvoll. Man sieht dem Kind die Sehnsucht nach Zuneigung an und man erträgt es kaum zuzuschauen, wenn es durchdreht.  

Das Mädchen Benni hat ein frühes Trauma erlitten, das nicht genau aufgeklärt wird im Film, die Ursache lässt sich nicht mehr beheben. Der Film lenkt jedoch den Blick darauf, dass jedes Kind das Recht hat, die besten Entwicklungsmöglichkeiten zu bekommen. Helena Zengel, die sich als Schauspielerin mittlerweile sogar an der Seite von Tom Hanks ausprobieren konnte, hat offenbar eine schöne Kindheit. In ihrem Podcast erzählt sie von ihrem Pferd, das sie in der Zeit der Corona-Pause ablenkte. In ihrer Dankesrede für den Deutschen Filmpreis, die sie am Laptop sitzend hält, wendet sie sich vor allem an ihre Mutter, die sie auf ihrem Weg mit Liebe begleitet hat. Und dann kommt die Mutter kurz ins Bild und knuddelt die Preisträgerin.