Wolfgang Utzt (1941-2020). 
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Frankfurt/OderDer frühere Chefmaskenbildner des Deutschen Theaters, Wolfgang Utzt, ist tot. Er sei am Samstag im Alter von 78 Jahren nach längerer Krankheit in einem Krankenhaus in Frankfurt (Oder) gestorben, sagte seine Tochter Susanne Utzt am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Der gebürtige Senftenberger wirkte 43 Jahre lang am Deutschen Theater in Berlin. Von 1979 bis 2003 war er dort Chefmaskenbildner. Utzt betreute über 100 Theaterproduktionen und arbeitete mit Regisseuren wie Heiner Müller, Thomas Langhoff, Alexander Lang, Frank Castorf, Hans Neuenfels und Robert Wilson zusammen.

Im Juli 2018 wurde Utzt im Rahmen des Brandenburgischen Kunstpreises der Märkischen Oderzeitung und der Stiftung Schloss Neuhardenberg für sein Lebenswerk mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) sagte damals in seiner Laudatio, Utzt habe mit seinem Schaffen jahrzehntelang die deutsche Theater- und Kunstszene bereichert. Utzt arbeitete auch als Dozent an den Kunsthochschulen in Dresden und in Berlin-Weißensee sowie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg.

Seit Ende der 70er-Jahre wohnte Utzt in Sydowswiese in Letschin im Oderbruch. Die Verleihung des Brandenburgischen Kunstpreises wurde 2018 von einer umfassenden und viel beachteten Werkschau in Schloss Neuhardenberg begleitet. Schon 1987 hatte Utzt seine Theatermasken in Helsinki ausgestellt, es folgten Einzelpräsentationen unter anderem in Zürich, den USA und Japan. Im Jahr 2016 erschien von ihm das Bilderbuch «Das Gürteltier kam nachts um vier» für Kinder. «Er hat noch bis zuletzt diverse Projekte verfolgt», sagte seine Tochter. So habe er an einem weiteren Kinderbuch gearbeitet, das habe er aber nicht mehr beenden können. Seine Masken und Figurinen befinden sich im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin, des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg und des Deutschen Theatermuseums München.