Ich habe mir eben das Video von einer Kuhtoilette angeschaut, die mit dem diesjährigen Innovation Award in Gold der Fachmesse EuroTier ausgezeichnet wurde. Bei dieser Kuhtoilette handelt es sich um die Erfindung eines niederländischen Unternehmens für Agrartechnologie, das dem Ammoniakproblem auf die Pelle rücken will. Bekanntlich leidet die Grundwasserqualität unter den großen Mengen von Gülle, die bei der Tierhaltung anfällt. Die Kuhtoilette soll daher den Urin auffangen, bevor er in den Mist gelangt.

In dem Erklärvideo zu der Erfindung nähert sich der Erfinder dem Hinterteil einer Kuh und interpretiert ihre Topographie gestisch wie ein Fernsehmeteorologe die Wetterkarte. Zwischen Vulva und Euter der Kuh, so erfahren wir, verläuft ein Nervenstrang. Wenn man diesen, so der Ingenieur, „auf die richtige Weise berührt“ – wir sehen die Ingenieurshand mehrfach zwischen Vulva und Euter der Kuh hoch und runter streichen – beginnt die Kuh, „spontan“ Wasser zu lassen. Der Ingenieur und ich haben nicht ganz dieselbe Vorstellung von Spontaneität, doch in jenem Moment, wo besagter Reflex tatsächlich einsetzt, die Kuh ihr Hinterteil verschiebt und sich die Harnröhrenöffnung weitet, zaubert der Ingenieur ein Behältnis hervor, in das sich der Urin der Kuh wasserfallartig ergießt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.