Vor vier Jahren machte ein Buch in den USA Furore, das Einblicke gab in eine sonst wenig beachtete Welt: die der „Hillbillys“, der Hinterwäldler, die irgendwo im Mittleren Westen oder in den Appalachen, im Osten der USA, leben. Der junge Autor JD Vance schrieb seine Jugend in einer kleinen Stadt namens Middletown, Ohio, auf: „Hillbilly Elegy – Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise“ hieß das Buch.  JD Vance, heute 36, der dank Studium in Yale zu einem erfolgreichen Kapitalmanager wurde, galt plötzlich als Stimme der weißen Arbeiterschicht Amerikas, jener Schicht, die stark zu Donald Trump und den Republikanern neigt. Der Regisseur Ron Howard hat nun eine Verfilmung vorgelegt, die bei Netflix zu sehen ist.

Der Film beginnt irgendwo in den Hügeln von Kentucky an einem heißen Sommernachmittag, ein Familientreffen geht zu Ende, die herrische Großmutter (wunderbar: Glenn Close) hat hier die Oberhand und schimpft einmal mehr mit ihrer labilen Tochter Bev (Amy Adams). Hier also, irgendwo hinter den Hügeln, lebt ein Teil der Familie von JD Vance, eines pummeligen Jungen, der am Beginn des Films dreizehn Jahre alt ist. In diesen Hügeln fühle er sich „am ehesten zu Hause“, berichtet der Erzähler. In seinem wirklichen zu Hause, etliche Hundert Kilometer nördlich, in Middletown, Ohio, fehlte immer irgendwas, „die Hoffnung vielleicht“.

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