Wenn Dinge aus dem Ruder laufen, fällt die Wortfindung oft schwer. Bezogen auf dieses Phänomen hat zuletzt das Adjektiv „toxisch“ eine beachtliche Karriere hingelegt. Handlungen und Redewendungen werden so genannt, weil sich das lapidar Dahingesagte plötzlich nicht mehr einfangen lässt und wie ein zersetzendes Gift wirkt. In der Welt der Medien trifft es nicht selten das dort eben noch erfolgreiche Personal. Alles, was sie von sich geben, kann auch für jene gefährlich werden, die sich mit ihnen umgeben.

Der Schlagersänger Michael Wendler ist eine in diesem Sinne toxische Figur. Weil er Deutschland im Kontext der Pandemiebekämpfung ein „KZ“ nannte, wurde er mit einiger Verzögerung in der bereits abgedrehten RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ verpixelt und unkenntlich gemacht. Eine Art mediale Entgiftung, die in weniger aufgeregten Zeiten auch Zensur hätte genannt werden können. Seine Erklärung, er habe damit das Wort „Krisenzentrum“ abkürzen wollen, fiel nicht weiter ins Gewicht.

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