Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch: Schauspielschule: Wieder ein Standort geprüft

Ein weiterer Standort für die Schauspielhochschule Ernst Busch muss geprüft werden. Dieser Satz fiel am Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses. Es ist ein Satz, der seit 1995 jedes Jahr in dieser Zeitung stand, immer und immer wieder, bis er am 11. Mai 2012 mit einem Knall feierlich ins Jenseits befördert wurde.

Das jedenfalls war die allgemeine Annahme, denn so war es der Schauspielschule damals versprochen worden. Nach wochenlangen Protesten der Schauspielstudenten, nach bundesweiten süffisanten Medienberichten über diese peinliche Berliner Posse sollte endlich Schluss sein mit der Standortsuche. 15 Jahre Ausgaben für Gutachten, Planungen, Architektengespräche, Verschiebungen und immer neue Standorte, das sollte aufhören.

Asbestverseucht und versifft

Zur Erinnerung: Unstrittig ist, dass die Schule in Schöneweide marode ist. Die Luft asbestverseucht, das Wasser bleihaltig, die Duschen versifft, die Räume im Sommer kochend. Nicht, weil man der berühmten Schule etwas Gutes tun wollte, bewilligte der Senat also Geld für einen neuen Standort, sondern weil alles billiger wäre als eine Sanierung des alten Plattenbaus.

Seitdem geht das Gezerre, bis es im Mai zum Showdown kam: Nachdem der Schule plötzlich alle Gelder gestrichen worden waren und die Studenten auf der Straße rebellierten, gaben die Parlamentarier nach. Nun sollte sollte gebaut werden, wie geplant, nur nicht teurer als 33 Millionen.

Schöneweide auch im Spiel

Nur eine Studie wurde der Verwaltung noch abgenötigt, die auflistet, welche der in den letzten Jahren geprüften Varianten eigentlich die günstigste ist. Nun liegt die Studie vor, 52 Seiten stark, und siehe, die durchgeplante Chausseestraße ist auch günstigste Variante.

Aber was sagt der SPD-Abgeordnete Karl-Heinz Nolte? Ihm fehle die Prüfung, ob nicht auch der Standort Schöneweide zusammen mit dem Nachbargrundstück infrage käme. Wie teuer wäre das denn? Bitte die Antwort bis 12. Dezember. Gut, die Variante wurde schon in den 1990ern verworfen, aber doppelt hält besser. Und als Abgeordneter wird er doch mal fragen dürfen!

Ich bin dafür, doch doch. Immer her mit den Prüf-Optionen. Da kommen vielleicht noch ganz neue Ideen, auch aus anderen Bezirken. Nur zu. Ich hätte da nur einen Vorschlag. Die Abgeordneten, die sich hier so freigiebig mit öffentlichen Mitteln ihre Wünsche erfüllen, haben vielleicht ein gestörtes Verhältnis zum Steuergeld. Wie wäre es, wenn sie die Kosten für überflüssige Studien mal selbst zahlen.