Köln - Als in der besinnlichen Zeit vor fast drei Jahren Claus Peymann und Klaus Weise öffentlich eine Debatte über ihre Gehälter führten, war das mit einem Aha-Effekt verbunden: Endlich wurde das Geheimnis, was Intendanten von Kultureinrichtungen verdienen, wieder einmal gelüftet. Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, offenbarte, dass er 200 000 Euro pro Jahr erhalte.

Für einen Regisseur der Champions League, so Peymann selbst, sei das billig – vor allem im Vergleich zum Kollegen in Bonn, der 350 000 Euro verdiene. Der gescholtene Generalintendant Klaus Weise entgegnete empört, dass er doch nur 320 000 Euro erhalte. Weise verließ die einstige Bundeshauptstadt 2013, die Bezüge seines Nachfolgers Bernhard Helmich fallen mit 183 000 Euro deutlich geringer aus.

Birgit Meyer, Opernintendantin in Köln, wird sich eher in der Gehaltsklasse von Claus Peymann wiederfinden. 18 000 Euro monatlich soll sie für eine Verlängerung ihres 2017 auslaufenden Vertrages verlangt haben. Je nachdem, ob man nun zwölf oder 13 Monatsgehälter zugrunde legt, summiert sich das auf 216 000 bis 234 000 Euro jährlich.

Vergleiche aus mehreren Gründen schwer

Insgesamt fällt es aus mehreren Gründen schwer, Gehälter von Intendanten zu vergleichen. Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Nur selten sickert etwas durch wie jetzt bei Birgit Meyer. Bestätigt werden die Zahlen nur in den seltensten Fällen. So soll Jossi Wieler, Intendant der Staatsoper Stuttgart, zwischen 173 000 und 204 000 Euro verdienen. Das Gehalt seines Kollegen Bernd Loebe von der Oper Frankfurt wird auf 280 000 bis 300 000 geschätzt. Ilona Schmiel, bis 2014 Intendantin des Bonner Beethovenfestes, soll 165 000 Euro erhalten haben.

Und selbst wenn die Gehälter offen gelegt würden, vergliche man Äpfel mit Birnen: Es gibt Intendanten für Oper, Ballett und Theater sowie Generalintendanten, die für mehrere Sparten verantwortlich sind und oft besser entlohnt werden. Außerdem muss man unterscheiden: Handelt es sich um einen städtischen Betrieb, den eines Landes oder wird er von beiden finanziert?

Außerdem ist das Gehalt noch nicht alles, da Honorare für Inszenierungen oder – wie auch bei Meyer – Aufwandsentschädigungen hinzukommen können. So soll Oliver Reese, Intendant am Schauspiel Frankfurt, in dieser Spielzeit 220 000 Euro jährlich verdienen. Da er pro Spielzeit bis zu zwei Inszenierungen übernimmt, könnte sich sein Gehalt um 50 000 Euro erhöhen.

Indes kann man auch Intendant sein, ohne exorbitant zu verdienen: Als Weises Gehalt bekannt wurde, verkündete Markus Müller, Ex-Generalintendant in Oldenburg, dass er pro Monat „deutlich unter 10 000 Euro verdiene“.