Höhle der Löwen bei Vox: Frank Thelen fühlt sich von Reißverschluss-Designerin „verarscht“ – Abfuhr für Kölner Gründer von „furryfit, „Spooning Cookie Dough“ überzeugt

Nach dem bislang erfolgreichsten Staffelstart der Höhle der Löwen am vergangenen Dienstag gab es auch in der zweiten Folge der Vox-Gründershow wieder einige teils vielversprechende Ideen zu sehen. Zwei Ärzte wollen Leben retten, der bislang älteste Teilnehmer der Show zeigte den Löwen, was eine Harke ist, und es gab wieder einen tierischen Unterstützer für zwei Gründer aus Köln.

„Ruwi Multiharke“ aus Baunach (Oberfranken)

80.000 Euro für eine Harke – wenn das keine stolze Summe ist. Der Hobbygärtner und pensionierter Tischlermeister Rudolf Wild präsentiert seine Erfindung jedoch ausgesprochen charmant mitsamt schnittiger Gärtnerkleidung. Der rüstige Pensionär aus Oberfranken ist der älteste Teilnehmer überhaupt bei DHDL. Voller Tatendrang berichtet er dann aber von den immer schwerer werdenden Gartenarbeiten. „Durch das ständige Bücken oder auch notfalls das Hinknien bekam ich Rücken- und auch Gelenkschmerzen”, sagt er.

Seine Idee: Abhilfe durch eine Multiharke, die vier Werkzeuge in einem Gerät vereint. Die Harke besteht aus einer scharf angeschliffenen Spitzhacke sowie tiefen dreieckförmigen Zinken. Auf- und Abhacken, Einebnen, Herstellen von Saatmulden und sogar Unkrautjäten im Stehen können mit dieser Erfindung erledigt werden. Seit 2014 verkauft Rudolf Wild seine „Ruwi Multiharke“ auf Gartenfestivals, jedes Stück baut er selbst in seiner Garage zusammen. Jetzt will er ein Unternehmen gründen und ist auf die Hilfe der Löwen angewiesen. Eindruck hinterlassen hat er zumindest bei allen Löwen. Die Begeisterung und sein Produkt mit 79 Jahren so rüberzubringen, dafür kassiert der Pensionär großes Lob. So kommt letztlich auch ein Deal zustande – mit Ralf Dümmel, der die Ruwi-Harke ganz groß rausbringen will. Mit 79 Jahren startet Rudolf Wild jetzt noch einmal richtig durch. Respekt!

„Trinity“ aus Neusiedl am See (Österreich)

Die unspektakulärste Idee dieser Sendung kam aus Neusiedl am See in Österreich. Kimberley Lang entwickelte „Trinity“, ein in der Kleidung verstecktes Zippverschluss-System. Mit diesem soll es möglich sein, zwei Unterteile an jedem Oberteil von „Trinity“ miteinander zu verbinden. Es gibt bereits eine erste Kollektion, die aus 20 Designs besteht, insgesamt lassen sich laut Lang bis zu 18.000 Outfits kreieren. 500.000 Euro möchte die Gründerin haben, um international zu wachsen, im Gegenzug gibt sie 10 Prozent Firmenanteile ab.

Als Marktwert gibt sie satte 4,5 Millionen Euro an – und ist mit ihrem Produkt gerade einmal seit zwei Wochen am Markt. „Hör mal, du willst mich jetzt verarschen, oder?“, fragt Frank Thelen entgeistert. Von ihm hagelt es auch direkt die erste Absage. Im Anschluss gibt die Gründerin gleich ihre Begründung zum Besten, warum ihre Firma einen derart hohen Marktwert haben soll. Und die führt zurück ins Jahr 1974. Da wurde das Wickelkleid erfunden, mit dem anschließend die Modewelt quasi revolutioniert wurde und die Designerin entsprechend viel Umsatz gemacht hat. Der Vergleich der beiden Unternehmens-Bewertungen war zum Scheitern verurteilt. Und so auch die Investorensuche. Keiner der Löwen wollte sich beteiligen.

„furryfit“ aus Köln/Bonn

Für einen der immer beliebten tierischen Auftritte sorgen zwei Männer aus Brühl bei Köln. Hund Dante begleitet seinen Besitzer Jona Neubert (31) in die Höhle der Löwen. Und das hat seinen Grund: Dante lieferte seinem Herrchen und dessen Bruder Micha Neubert (29) die Idee zu „furryfit“. Dabei handelt es sich um einen Gesundheits- und Aktivitätstracker – für den Vierbeiner.

Der Tracker lässt sich leicht am Hundehalsband anbringen und zeichnet die Bewegungen des Tieres im Laufe des Tages auf. Via Bluetooth werden die Daten an eine App übermittelt und der Hundehalter behält auf diese Weise Dinge wie das Schlafverhalten oder den Energieverbrauch im Blick. Auch hier geht das Produkt erst jetzt in den Verkauf, doch die beiden Brüder wollen damit den Hundemarkt erobern. Zum Verkaufsstart benötigen sie 200.000 Euro für 15 Prozent Firmenbeteiligung. Trotz eines tollen Produktes will leider kein Löwe investieren – das Unternehmen ist für die Löwen noch in einem zu frühen Entwicklungsstadium.