Köln - Der Eingang zur „Höhle der Löwen“ ist bis auf weiteres wieder verschlossen: Am Dienstagabend zeigte der TV-Sender VOX das Finale der vierten Staffel, zum letzten Mal in diesem Jahr buhlten sechs Erfinder und Entwickler um die Aufmerksamkeit und vor allem das Geld der Investoren.  Fans der Gründershow dürfen sich aber freuen: Eine fünfte Ausgabe ist bestätigt, die Besetzung der Löwen bleibt dieselbe. Und auch die Bewerbungsphase für Unternehmer, die in Zukunft vor den Kameras ein Investment erzielen wollen, läuft schon. Die Zuschauer dürfen also gespannt sein auf neue verrückte Ideen. Hier kommen noch einmal die interessantesten der vergangenen zwölf Folgen. 

Der perfekte Zopf: Pony Puffin

Elena Musiol war genervt von ihren dünnen Haaren. Eine Pferdeschwanz-Frisur, die sah bei ihr einfach immer leblos aus, fand die Gründerin. Auch mit Pflegeprodukten: Keine Chance, die Haare wurden nicht voluminöser. Deswegen erfand Musiol das Pony Puffin – ein pinkes Accessoire, das aussieht wie ein Flaschenstöpsel und unsichtbar im Zopf verschwindet. Und diesen voller und fester machen soll. Musiol überzeugte zusammen mit ihrem Ehemann in der Sendung, den Zuschlag bekam sie von Beauty-Unternehmerin Judith Williams. 65.000 Euro für 49 Prozent der Firmenanteile. Der Deal hat sich für beide Seiten gelohnt: Mittlerweile ist das Produkt in beiden Farben ausverkauft.

www.ponypuffin.com

Das Baby-Spa: Mabyen

Warum sollte Wellness ein exklusiver Genuss, nur den Erwachsenen vorbehalten, sein? Marie Papenkort fand, auch Säuglinge sollten dann und wann mal eine Massage und ein erholsames Bad erfahren dürfen. Als die gelernte Babymasseurin das Konzept des Baby-Spas in London kennenlernte, war sie sofort überzeugt. Und eröffnete selbst eins in Düsseldorf unter dem Namen Mabyen. In der „Höhle der Löwen“ suchte sie nach einem Investor für eine Expansion, brachte glatt einen echten Säugling mit, um das Babyfloating, eine spezielle Form des Neugeborenen-Schwimmens, vorzuführen.

Den Löwen war die Bewertung zu hoch. Am Ende erhielt Judith Williams den Zuschlag – allerdings nicht für ein weiteres Spa. Die 45-Jährige war allein an den Ölen von Papenkort und ihrer Partnerin Manuela Apizsch interessiert. Das Spa sollte sogar schließen.  Die Gründerinnen willigten ein. Der Deal scheint mittlerweile modifiziert worden zu sein: Das Spa blieb nach Ausstrahlung geöffnet.

www.mabyen.com

Die Lebensmittelretter: Too Good To Go

Es war das größte Geschäft in der Geschichte der Sendung: Die Rekordsumme von einer Million Euro wollten die Investoren in die App „Too Good To Go“ stecken, die Gastronomen und Verbraucher zusammen bringen soll, um übriggebliebene Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten. Am Ende der Folge strahlten die deutsch-dänischen Gründer genauso wie die Löwen, alle schienen überzeugt von der Idee. Doch wie mehrere Medien nach Ausstrahlung berichteten, platzte das Geschäft.

Eigentlich wollten alle Investoren gleichermaßen mit 200.000 Euro in das Unternehmen von Peter Wiedeking, Klaus Pedersen, Julian Stützer, Thomas Björn Momsen und Stian Olesen einsteigen. 1,8 Prozent der Unternehmensanteile für jeden sollte es dafür geben. Doch nach der Sendung sollen sich einige Investoren wieder zurückgezogen haben, nachdem die Fünf den Wunsch geäußert haben sollen, den Deal nur mit einem, statt mit allen fünf Löwen einzugehen. „Too Good To Go“ besteht weiter: Die App kann man sich sowohl im App- als auch im Play-Store herunterladen.

www.toogoodtogo.de

Die trendige Latzhose: RubberBÜX

Dreck gehört auf Musikfestivals ja irgendwie dazu. Für alle Besucher, denen ihr Zelt allerdings nicht genug Schutz vor dem Wetter bietet, hat Angelika Hansen eine Lösung entwickelt: Ihre „RubberBÜX“ ist eine wasserabweisende Latzhose, die nicht nur vor der Witterung schützt, sondern auch individuell bemalt werden können soll. Die Idee entstand im Gespräch mit ihrem Sohn, der einfach nie gewusst hätte, was er denn beim nächsten Festivalbesuch anziehen soll. Bereits vor ihrem Auftritt in der „Höhle der Löwen“ ließ Hansen den ersten Satz Latzhosen produzieren, aber familiäre Schicksalsschläge sowie abgesagte Festivals durchkreuzten ihre Pläne. Die Bilanz bei ihrem Auftritt: Erst 35 Stück hatte sie verkaufen können.

Von den Löwen wollte die Mutter 20.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Den Betrag bekam sie von Judith Williams und der Modehaus-Verantwortlichen Dagmar Wöhrl. Allerdings für 51 Prozent ihres Unternehmens.

www.rubberbuex.com

Partystimmung ohne Alkohol: Detox Rebels

Alkohol, Zigaretten und wenig Schlaf: Parties sind gemeinhin nicht als der Schlüssel zu einem gesunden Leben bekannt. Die beiden Kölner Gründer Martin Bressem und Jonas Höhn allerdings sind überzeugt, das Feiern gesund machen zu können. Die „Detox Rebels“, wie sich die Beiden nennen, veranstalteten Anfang 2015 in der Kölner Altstadt die „deutschlandweit erste alkoholfreie Abendparty“. 350 Gäste kamen damals, statt Bier gab es Kokoswasser, Ingwershots und Smoothies. 2016 bauten die „Detox Rebels“ ihr Konzept auf Experten-Workshops aus.

Für die weltweite größte alkoholfreie Party suchten Bressem und Höhn nun einen Investor, die Veranstaltung soll ausgerechnet über zwei Tage in der Düsseldorfer Esprit-Arena stattfinden. Die Löwen überzeugte diese Idee leider nicht, am Ende gab es keinen Deal. Die zwei Kölner probieren es nun mit Crowdfunding. (jl)

www.detoxrebels.com