Hof - Es ist ein wenig so, als wolle das Wetter die Filmfans in Hof wenigstens ein bisschen für das entschädigen, was die Pandemie mit ihrem Festival angerichtet hat. Eigentlich ist es hier in Oberfranken schon Ende Oktober richtig kalt. Diesmal aber sind die Temperaturen zweistellig, manchmal kommt sogar die Sonne heraus. Und so sitzen die Filmemacher und ihre Zuschauer im Freien vor dem Kino Central in der Hofer Altstadt. Die wenigen Tische um die traditionelle Bratwurstbude sind immer belegt, sodass es zumindest hier den Anschein hat, als sei das Festival gut besucht.

Das ist es natürlich nicht. Wie sollte es auch – dass die Hofer Filmtage überhaupt stattfinden und 125 Filme im Kino gezeigt werden, ist an sich schon eine Überraschung. Denn die Fallzahlen der positiv auf das Coronavirus Getesteten stiegen auch während der Filmtage rasant an. „Wir haben jeden Tag damit gerechnet, dass wir abbrechen müssen“, sagt die Mitorganisatorin Ana Radica. Hof ist zwar kein Hotspot, aber auch hier springt die Corona-Ampel während der Filmtage auf gelb. Ab dem dritten Tag müssen die Masken auch im Kino getragen werden. Die örtliche Presse berichtet über den Zusammenbruch des Nahverkehrs: Weil massenhaft Busfahrer positiv getestet wurden oder in Quarantäne müssen, fahren immer weniger Busse. Das merken aber nur die Hofer, die Filmleute werden mit Elektrofahrzeugen einer Sponsorenfirma chauffiert.

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