Berlin - Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer zeigte sich vergangenen Montag im Abgeordnetenhaus als Erzrepublikaner. Angesichts des Streits um die Eigentums- und Entschädigungsforderungen der Familie Hohenzollern verwahrte er sich, so seine Formulierung, gegen mögliche Drohungen und Erpressungen der öffentlichen Hand. Der Verhandlungsführer aufseiten des einstigen Adelshauses, Jürgen Aretz, hatte zuvor in einem Schreiben, das der DPA und der Zeitschrift Spiegel vorliegt, mitgeteilt, dass Leihgaben der Familie künftig nicht ausschließlich in Berlin und Brandenburg gezeigt werden müssten. Seiner Darstellung zufolge gebe es eine „entsprechende Bereitschaft“ von „öffentlichen Einrichtungen“, diese in anderen Bundesländern zu zeigen.

Die von Aretz angesprochenen Objekte sind nach 1945 in den Westen Deutschlands verlagert worden, gelten als Privatbesitz und sind Leihgaben der Familie an Museen, Bibliotheken und Archive. Sie scheinen nun als Hebel zu dienen, um die seit 2019 ruhenden Verhandlungen über die Ansprüche der Familie Hohenzollern auf Entschädigungen und jene Objekte voranzubringen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone enteignet wurden, darunter berühmte Gemälde, Skulpturen, Möbel, Bücher und Archivalien.

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