Berlin - War Kaiserin Auguste Victoria, die erste Frau Kaiser Wilhelm II., eine bedeutsame Person im Machtgerangel der Kaiserzeit? Eher unwahrscheinlich, meinte die Forschung seit ihrem Tod heute vor einhundert Jahren, als sie im Exil in Haus Doorn ihrem Herzleiden erlag. Frauen, die derart demonstrativ als Mutter und Gattin oder gar als hütende „Landesmutter” agierten, galten nicht als machtbewusst. Doch inzwischen haben wir dank der Geschlechterforschung gelernt: Auch die Traditionsrolle Mutter und Gattin öffnet Machtsphären, die Auguste Victoria, 1858 in Dolzig in der Niederlausitz als Tochter des abgesetzten Herzogs von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg geboren, offenbar zu nutzen verstand. Sie wusste zu repräsentieren, mit der gewaltigen Ballonfrisur, rauschenden Kleidern, die nie mehr als zwei Mal getragen wurden, im öffentlichen Auftritt, bei Besuchen in Krankenhäusern, Säuglingsstationen oder als Truppenkommandeurin. Und sie hatte Ideale.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.