Berlin - Noch ist es nicht offiziell bestätigt, dass Kim Kardashian wirklich die Scheidung will, aber nach Berichten mehrerer US-Entertainment-Portale soll die Ehe des Reality-TV-Stars mit dem Rapper Kanye West nach fast sieben Jahren und vier gemeinsamen Kindern am Ende sein. So schreibt auch das für gewöhnlich gut unterrichtete Magazin People auf seiner Website von diversen Quellen, die bestätigten, dass Kardashian eine Scheidung vorbereite.

Noch tue man zwar alles, um die Ehe zu retten, aber der Name einer prominenten Scheidungsanwältin taucht bereits auf. Es ist der Name Laura Wasser – natürlich, muss man sagen. Schließlich geht in Hollywood gefühlt keine Scheidung ohne die berühmteste Scheidungsanwältin des Landes über die Bühne. Das Klientenverzeichnis der 52-jährigen Juristin aus Kalifornien liest sich wie das Who is Who der amerikanischen Prominenz.

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Laura Wasser war schon bei vielen hochkarätigen Scheidungen im Einsatz.

Angelina Jolie, Heidi Klum, Ryan Reynolds, Johnny Depp, Arnold Schwarzenegger, Ashton Kutcher, Demi Moore, Christina Aguilera, Kiefer Sutherland, Stevie Wonder, Jennifer Garner, Ben Affleck, Gwen Stefani, Megan Fox, Khloe und Kourtney Kardashian – kaum eine Anwältin war am juristischen Prozedere so vieler hochkarätiger Trennungen beteiligt wie Wasser. Angelina Jolie setzte schon im Jahr 2003 auf sie, als sie sich von ihrem Schauspielkollegen Billy Bob Thornton trennte. Und auch die deutlich anstrengendere Scheidung von Jolie und Brad Pitt, dem einstigen Brangelina-Traumpaar, verhandelte Laura Wasser. Eine Schlammschlacht, in der es nicht nur um viel Geld, sondern auch um einen erbitterten Sorgerechtsstreit ging.

„Eine Scheidung macht alle Menschen gleich. Egal, ob ich in gemeinnütziger Funktion für mittellose Menschen arbeite oder die Scheidung eines wohlhabenden Filmstudio-Bosses regle, sie haben alle das gleiche Gesicht: Sie sorgen sich um ihre Kinder, um ihr Geld und sie haben Herzschmerz“, hat Laura Wasser mal in einem Interview gesagt. Emotionen sind bei der Juristin fehl am Platz, denn gerade für ihre Nüchternheit und Diskretion wird sie geschätzt. Eine Scheidung, egal wie die Namen dahinter lauten, das ist für Wasser in erster Linie eine wirtschaftliche und juristische Transaktion. 

Freilich eine Transaktion, die mit aller Schärfe verhandelt wird. Wegen ihres sachlichen, aber harten Vorgehens wird Wasser gern als „Pitbull-Anwältin“ bezeichnet. Zusammen mit Wirtschaftsprüfern durchleuchtet sie die Finanzen ihrer Mandanten – im Luxussegment kann man da schnell mal den Überblick verlieren. Anschließend geht es ans Eingemachte: Was soll mit den Ferienhäusern passieren, was mit den Filmeinnahmen, den Uhren, dem Schmuck? Es finden Schlichtungen statt, die eine öffentliche Auseinandersetzung vor Gericht verhindern sollen. Wie wir wissen, gelingt das nicht immer.

Doch egal, wie heiß es hergeht, die Absolventin der Spitzenuniversität Berkeley und der privaten Loyola Law School behält einen kühlen Kopf. Wenn sie wütend ist, werde sie eher still, sagt die 1,53 Meter kleine Anwältin über sich. Die Juristerei wurde ihr in die Wiege gelegt: 1994 erhielt sie ihre Zulassung im Staat Kalifornien und trat seitdem in die Fußstapfen ihres Vaters, der die Kanzlei Wasser, Cooperman & Carter gründete und sie zu einer der erfolgreichsten Kanzleien für Familienrecht in Los Angeles ausbaute.

Als ihren Einstieg in die Welt der Scheidungen und Rosenkriege nennt Laura Wasser die eigene Trennung von ihrem spanischen Ehemann. Seither hat die 52-Jährige um unzählige Eheverträge, Sorgerechte, um astronomische Geldsummen und Privatjets verhandelt – und selbstredend gut an ihren vermögenden Klienten verdient. Kim Kardashian ist für Wasser ebenfalls eine alte Bekannte: Sie engagierte die „Pitbull“-Anwältin bereits bei ihrer Scheidung von dem Basketballer Kris Humphries im Jahr 2011.