BerlinDie Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. Wobei es ja jetzt auch schon wieder ein Dreivierteljahr her ist, dass es in der Berliner Freien Szene Proteste dagegen gab, dass das Herzstück der Alten Münze in ein vom Bund mitfinanziertes, international orientiertes House of Jazz verwandelt werden soll. Der diesem Beschluss vorangegangene Partizipationsprozess zur Frage der kulturellen Nutzung des Geländes hätte in der Tat etwas vereinfacht werden können, wenn senatsseitig von Anfang an klar gemacht worden wäre, dass es sich bei dem Vorschlag mehrerer Gruppen mit dem Trompeter Till Brönner als Frontmann nicht um ein konkurrierendes, sondern ein quasi gesetztes Projekt handelte.  

Zwar waren die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters für ein „Zentrum für Jazz und improvisierte Musik“ vorgesehenen Mittel nicht an den Standort Alte Münze gebunden gewesen, das nicht. Aber da die Alte Münze nach dem Willen des Abgeordnetenhauses in jedem Fall einen Musikschwerpunkt haben sollte und die dort anzusiedelnde Kultur in der Lage sein muss, mit ihrer bereits vorhandenen Förderung beziehungsweise zusätzlichen eigenen Mitteln auszukommen, war die House-of-Jazz-Idee mit ihrem Bundesrückhalt natürlich klar im Vorteil, was nur durch die Partizipationsbrille vielleicht nicht so ausgesehen hatte. 

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.