Huffington Post expandiert: Piratin sucht Partner

Berlin - Liz Mohn wird mit 70 Jahren kaum noch anfangen zu twittern. Auch Friede Springer, 69, dürfte keine Kandidatin für die „deutsche Arianna Huffington“ sein. Das Anforderungsprofil: gut vernetzt mit prominenten Freunden, medienaffin, reich durch Heirat – und dauerpräsent auf allen Kanälen im Internet.

All das ist Arianna Huffington, Jahrgang 1950, Chefin der Huffington Post – jener amerikanischen Online-Zeitung, die gerade weltweit expandiert. Eine französischsprachige Ausgabe startet Ende November, als Frontfrau wird über die frühere TV-Moderatorin und Ehefrau von Dominique Strauß-Kahn, Anne Sinclair, spekuliert.

AOL übernimmt Huffington Post für 315 Millionen Dollar

Seit einer Woche steht fest, dass ein solcher Posten auch hierzulande zu vergeben ist. „Ja, wir kommen nach Deutschland, wenn wir den richtigen Partner gefunden haben“, twitterte Jimmy Maymann auf Nachfrage von Spiegel-Online-Autor Konrad Lischka. Maymann ist bei AOL für den Ausbau des internationalen Geschäfts verantwortlich und seit Monaten ein vielbeschäftigter Mann. Anfang des Jahres hatte AOL die amerikanische Huffington Post für 315 Millionen Dollar übernommen, seitdem läuft der Expansionskurs. Im Sommer starteten Ableger in Kanada und England, jetzt ist das fremdsprachige Ausland an der Reihe.