Humboldt Forum bekommt altindisches Tor

Zum 680 Millionen Euro teuren Humboldt Forum hinter der rekonstruierten Barock-Fassade des Hohenzollern-Schlosses führt künftig auch ein altindisches Tor zur...

Vor dem Humboldt Forum stehen die ersten Pfeiler einer neu angefertigten Replik.
Vor dem Humboldt Forum stehen die ersten Pfeiler einer neu angefertigten Replik.Gerd Roth/dpa

Berlin-Zum 680 Millionen Euro teuren Humboldt Forum hinter der rekonstruierten Barock-Fassade des Hohenzollern-Schlosses führt künftig auch ein altindisches Tor zur Buddha-Verehrung. Vor dem Forum im Zentrum Berlins stehen seit Donnerstag die ersten Pfeiler einer neu angefertigten Replik des berühmten Ost-Tores im indischen Sanchi. Die rund 150 Tonnen schwere und etwa 11 Meter hohe Sandsteinkonstruktion soll nach Angaben von Generalintendant Hartmut Dorgerloh bis zum Jahresende fertiggestellt werden.

Das 1,6 Millionen Euro teure Projekt knüpft an die Replik des Sanchi-Tores im Berliner Stadtteil Dahlem aus dem Jahr 1970 an, wo die Kunstschätze von Ethnologischem Museum und Museum für Asiatische Kunst bis zum Umzug ins Humboldt Forum zu sehen waren. Ein Gipsabguss des Originaltores war bereits 1886 im damaligen Königlichen Museum für Völkerkunde zu sehen.

Der Sandstein für die neu Replik stammt aus einem Steinbruch in Röttbach bei Würzburg. An den Reliefs arbeiteten Steinbildhauer aus Deutschland und Indien zusammen.

Das Original des Tores stammt aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und dient in Indien noch immer als einer von vier Eingängen des großen Stupa, ein Bau in Form einer Halbkugel mit Reliquien buddhistischer Heiliger. Die Stätte von Sanchi gehört seit 1989 zum Unesco-Welterbe.