BerlinDer junge Hund, den Lotta einen halben Tag beaufsichtigte, ging auch mit ihr nach draußen. Das war einer der Höhepunkte des Corona-Jahres. So ein Welpe zieht die Aufmerksamkeit der ganzen Straße auf sich. Alle paar Meter mussten wir anhalten und den hübschen Wuschel bewundern lassen, der sich mit Hochspringen und Rundumschnuppern bedankte. Flüchtig bekannte Nachbarn, die sich sonst kaum mehr als ein Hallo abringen können, sparten nicht mit Lob für unseren Familienzuwachs. Nicht allen haben wir erklärt, dass wir den Trend zum Zweithund noch nicht mitmachen.

So ein Welpe hat andererseits selbst auch Aufmerksamkeit für alles, was ihn umgibt. Unser Kiez ist ein Museum der belebten und unbelebten Dinge. Die Straßenkrähen flüchteten vor dem Hundeduo auf Autos, ließen den frisch aus den Papierkörben gezerrten Verpackungsmüll liegen, von dem nun wiederum die Hundenasen ferngehalten werden mussten. Die Hinterlassenschaften anderer Hunde, von ignoranten Besitzern („Wozu zahl’ ick Steuern?“) nicht aufgesammelt, lockten den Welpen genauso an wie die nur gelegentlich noch von Obdachlosen benutzte Matratze, der Stapel Geschirr („Zu verschenken!“) und die ausrangierten ungleichen Schuhe.

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