Also bei der Wurst-Pointe kommt es vielleicht nicht nur Vegetariern wie Ferdinand Marcos hoch. Imelda, die Gattin des philippinischen Diktators, erinnert sich: Die Delegation aus der DDR, unter Führung von Erich Honecker, verpflegte sich bei der Manila-Reise selbst. Man brachte literweise gelbe Brühe (Radeberger, d. R.) sowie Blutwürste mit, die man über der Palasttafel aufhängte. „Unsere Würste sind die besten“, unterbricht Margot Honecker, „Kassler im Schtrang geschmort! Erichs Leibgericht!“ Ein Anflug von nostalgischem Lächeln umspielt ihre harten Züge – die härtesten, die Corinna Kirchhoff unter der Weißhaarperücke zu bieten hat. − „Nun sitzen wir da“, fährt Imelda fort, „und über unseren Köpfen baumeln diese schwarzen, tropfenden Würste, und ich sage zu Ferdi: Diese Würste hängen hier ja wie die Verbrecher am Galgen. Und Ferdi: Aber Imelda, wusstest du nicht, aus jedem, der ihr Land verlassen möchte, machen sie so eine Wurst.“

Drei Diktatorinnen-Gattinnen zusammengesperrt

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