Shawn Mendes, 22, hat bislang zu gesellschaftlich brisanten, umstrittenen Themen geschwiegen. Gut so, möchte man dem kanadischen Popstar sofort beipflichten, schließlich gibt es kaum etwas, das sich schneller und leichter fabrizieren lässt als eine Meinung. Überhaupt: Wenn es uns an etwas nicht mangelt, dann sind es die Haltungen, Befindlichkeiten, Überzeugungen, Glaubensbekundungen … Sie sind allerorten zu haben.

Wie auch immer, Mendes hat mittlerweile seine Meinung (sic!) geändert und möchte einen Beitrag zur erwähnten Kakophonie leisten. Er glaubt, etwas zu sagen zu haben: „Wir haben alle einen inneren, moralischen Kompass, der stark genug ist, damit wir uns an ihm orientieren können. Wir wissen, was richtig und falsch ist, wofür wir einstehen müssen und was sich ändern muss. Und das ist sehr wichtig.“

Aber was hat Mendes bisher davon abgehalten zu tun, was nicht nur seiner Meinung nach zu tun alle irgendwie in der Lage sind? „Ich habe lange Zeit nicht den Mut gehabt, mich zu schwierigen Themen wie Rassismus oder Politik zu äußern, weil ich nichts Falsches sagen wollte.“ Also bloß keine falsche Bescheidenheit: Man müsse kein Experte sein, so Mendes, um bei Themen mitzureden, die einem am Herzen liegen. 

Besser als mitreden ist bisweilen aber das Mittun. Mendes hat da geradezu vorbildliche Arbeit geleistet: In diesem Jahr nahm der Musiker an Anti-Rassismus-Demos in den USA teil und überließ Aktivisten für mehrere Tage sein Instagram-Konto. Und bevor wir‘s vergessen: An diesem Freitag veröffentlichte der Mann sein viertes Album „Wonder“ – auch da dürfte etwas Meinungsfreudigkeit nicht schaden.

Alexander Gerst, 44, ist unser Mann im All und hat den Überblick. Nun aber entdeckte der Raumfahrer etwas ganz Besonderes: außerirdisches Leben! Beinahe jedenfalls. „Gibt es Außerirdische? Ich würde sagen ja. Udo Lindenberg ist so einer“, sagte Gerst in einer Videobotschaft für das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Hintergrund ist die Auszeichnung des Panik-Rockers für sein Engagement mit dem Ehrenpreis Kinderrechte.

Lindenberg sei oft ans Limit gegangen und habe Grenzen überwunden, so Gerst in seinem Lobpreis weiter. Vor allem aber habe er sich stets für die Belange der Kinder eingesetzt. Lindenberg gestaltet für Unicef seit Jahren Grußkarten für den guten Zweck. Der Preis würdigt Menschen oder Institutionen, die sich für die Rechte der Kinder einsetzten, so wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen sind.

Der Musiker, so Gerst in seiner alienesken Laudatio, engagiere sich umfassend in der Gesellschaft: „Auf der Erde haben wir uns an Kriege, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung beinahe gewöhnt. Von seinem ‚Udoversum‘ aus zeigt uns Udo Lindenberg aber, wie absurd das ist.“ Das Credo des Sängers laute: „Wo die Weltgemeinschaft versagt, muss der Einzelne was machen.“