Die Band Idles spielt gerne laut.
Foto: Pias/ Tom Ham 

Wenn Pop-Jazzer Jamie Cullum ankündigt, mit den britischen Post-Punk-Rockern von Idles zusammenzuarbeiten, dann muss man hinhören, denn gegensätzlicher geht es kaum. Wobei es sich bei der fünfköpfigen Band ohnehin immer lohnt, zu lauschen. Nicht umsonst ist sie seit ihrem 2017 erschienenen Debüt der Liebling aller Musikkritiker, die Helden aller pogender Konzertgänger, das Sprachrohr der unerhörten britischen Mittelschicht. Wie also klingt nun das dritte Studioalbum „Ultra Mono“?

Der Titel lässt bereits erahnen, dass sich der Sound nur durch einen Kanal drängt, wie es bei Punkbands einst üblich war. Auch Cullums Klavier-Klimpern in Stücken wie „Kill Them With Kindness“ klingt wie aus einer einzelnen Lautsprecherbox, ehe ein ratternder E-Gitarrensound die Idylle zerstört. Ab jetzt rauscht und grölt es. Frontsänger Joe Talbot klingt wütend wie nie zuvor: „Wah wah wah woop woop woop“, ruft er. Oder: „Ar ar ar ar ar ar.“

Was nach einer dadaistischen Piratenplauderei klingt, ist jedoch das Stilmittel der Band. Zu dem rohen Sound kommen abgehackte, gebrüllte Sätze, die die Welt malen, wie sie sich derzeit im Umbruch befindet. Brexit, Corona, Sparmaßnahmen – alles ziemlich schaurig. Und doch lässt sich die Musik von Idles hervorragend hören. Vor allem, wenn man mal wieder von allem genug hat. Wah, wah, wah!

Idles - „Ultra Mono“ (Pias/Partisan Records)