Wie kann man einen Schriftsteller von dem zweifelhaften Ruhm befreien, für seinen Drogenkonsum bekannter zu sein als für seine Prosa? Johnny Depp war Hunter S. Thompson freundschaftlich verbunden, dessen literarisches Alter Ego er bereits in Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas“ verkörperte. Sogar die Entdeckung von Thompsons erstem Roman-Manuskript in dessen Hütte in Colorado soll Depp zu verdanken sein, der nun auch die Verfilmung von „Rum Diary“ produzierte. Ebenfalls autobiografisch gefärbt, führt das Buch in eine Lebensphase des Autors, in der er noch einem weniger exotischen Stimulanz zugetan war. Doch es führt ihm, der Titel „Rum Diary“ sagt es bereits, die Feder.

Um 1959, mit Anfang zwanzig, versuchte sich Thompson in verschiedenen Zeitungsjobs, die er meist schnell wieder verlor. Sofort abgewiesen wurde er beim San Juan Star in Puerto Rico. Da hat er als sein eigener Romanheld doch mehr Glück: Im Buch bekommt er nämlich den Job bei dieser Tageszeitung. Im Film „Rum Diary“ spielt nun Johnny Depp den Autor. Depp ist mit 49 Jahren mehr als doppelt so alt wie Thompson, als dieser die damals pulsierende Metropole San Juan unsicher machte. Doch das vergisst man schnell.

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