Der epochale Kulturkampf wurde verbal viel krasser beschworen, als es ästhetisch tatsächlich krachte: Expressionismus kontra Impressionismus. Und eine scharfe, böse Zunge führten die stilistisch vorgeblich unversöhnlichen Bildermacher beider Lager weit weniger, als ihre Apologeten: damalige Kunsthändler, Sammler und die so unvermeidlichen wie einflussreichen „Kunstschriftsteller“ jener Zeit nach 1900.

Eine lange Vitrine im Hauptsaal der Beletage in der Alten Nationalgalerie liefert dafür den Beweis: Dutzende von Büchern und Zeitschriften widerspiegeln die mediale Gemengelage jener Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Der deutsche Impressionist Max Liebermann und der vehemente Interpret des Stils, Julius Meier-Graefe, empfanden die expressive Ausdrucks-Wut gerade der „Brücke“-Maler um Kirchner, Heckel, Pechstein, Schmidt-Rottluff zu wild, zu oberflächlich, gar hässlich. Als „nichts, als eine Gebärde“.

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