Den Ruf, ein literarischer Extremist zu sein, hat sich der Journalist und Schriftsteller Wolfgang Büscher hart erarbeitet. Seine Exkursionen zur Erschließung sozialer Aufmerksamkeit – einmal rund herum um den Berliner Ring, nach Moskau und von Norden nach Süden durch die USA – waren stets auch begleitet von der Bereitschaft, an physische Grenzen und darüber hinaus zu gelangen. Gegen ubiquitäre Überfliegerei entwickelte Büscher das Projekt einer aufreizenden Langsamkeit zu Erkenntnisgewinn und Bewusstwerdung – die meisten Etappen zu Fuß, Schritt für Schritt.

Dabei ging es ihm nicht darum, körperliche Selbstüberwindung auf die Spitze esoterischer Geistesertüchtigungen zu treiben. Wenn Büscher seinen Rucksack verschnürt hatte, meinte man im Vorbeigehen das Gras wachsen und die Menschen sprechen zu hören. Zum Beispiel auf dem Weg nach Osten, wo der Wanderer die bemerkenswerte Entdeckung machte, dass der Osten als stigmatisierende Zuschreibung immer weiter aufgeschoben wird. Es gibt ihn als düster-imaginativen Raum, aber niemand fühlt sich ihm zugehörig.

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