Köln - Alfred Neven DuMont wird nach 25 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender der Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS) Ehrenvorsitzender des Gremiums.

Dies gab der Verleger der "Berliner Zeitung" am Donnerstag auf einem Neujahrsempfang vor MDS-Führungskräften bekannt. Sein bisheriger Stellvertreter, Christian DuMont Schütte, wird neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats. Als Stellvertreterin tritt Isabella Neven DuMont, bisher im Vorstand der Mediengruppe tätig,  in den Aufsichtsrat ein.

Als „großen Verleger mit Herz“ würdigte Hans Werner Kilz, Mitglied im MDS-Aufsichtsrat, den scheidenden Vorsitzenden. Unter seiner Führung sei das  Haus zum viertgrößten Zeitungsverlag in Deutschland  aufgestiegen. „Ich kenne keinen anderen Verleger, der publizistisch, politisch und gesellschaftlich eine so herausragende Rolle gespielt hätte wie Alfred Neven DuMont“, sagte der frühere Chefredakteur von „Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“.  Neven DuMont habe sein Unternehmen geprägt. „Das Verlagshaus ist eine Marke, weil auch er eine Marke ist.“

Neven DuMont selbst, der im März 88 Jahre alt wird, zeigte sich nach Jahrzehnten „in treuem Dienst für das Haus froh über den Stabwechsel“. Er bleibe aber – wie er betonte – Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“ und „Mitteldeutsche Zeitung“ (Halle), was ihm „immer die liebste Aufgabe“ gewesen sei.

Zudem bildet er weiterhin mit Christian DuMont Schütte und Isabella Neven DuMont die Gesellschafterversammlung von MDS, „das Rückgrat des Hauses“, und auch als Ehrenvorsitzender werde er an Sitzungen des Aufsichtsrats teilnehmen. Von den 162 Terminen seiner aktiven Zeit habe er überhaupt nur drei versäumt.

Zur Lage und den Perspektiven des Unternehmens äußerte sich Alfred Neven DuMont optimistisch. Er gab bekannt, dass MDS 2014 schwarze Zahlen im operativen Geschäft geschrieben hat. Der Vorstand unter Vorsitz von Dr. Christoph Bauer habe dem Haus mit dem 2014 aufgelegten Zukunftsprogramm „Perspektive Wachstum“ einen „verlässlichen Kompass“ für die nächsten Jahre gegeben. Nach der Bereinigung von Altlasten und Abschreibungen sei mittelfristig auch wieder mit einem Reingewinn zu rechnen.

Auch Christian DuMont Schütte dankte in seiner neuen Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender seinem Amtsvorgänger. Er rief zu Experimentierfreude auf und kündigte an, auch „neue Wege zu gehen“.

Vorstandschef Bauer schloss in seinen Dank an Alfred Neven DuMont und Christian DuMont Schütte für das große Vertrauen seit seinem Amtsantritt im vorigen Jahr die gesamte MDS-Führung ein und bekräftigte: „Die zukunftsweisenden Weichen sind gestellt.“

Wie Kilz erläuterte, war der Umbau der MDS-Spitze, in der das operative Geschäft künftig nicht mehr in der Hand der Verlegerfamilien, sondern externer Manager liegt, von Alfred Neven DuMont „selbst eingeleitet und vorbereitet“ worden. Dieser könne jetzt beim Vollzug des Wechsels auf eine einzigartige „Erfolgsstory“ und das „Lebenswerk eines großen Verlegers“ zurückschauen.

Nach dem Brandanschlag vom Wochenende auf das Haus der „Hamburger Morgenpost“, die auch zu MDS gehört, versicherte Neven DuMont Redaktion und Verlag seines Mitgefühls. „Wer sich aussetzt, muss mit solchen Reaktionen rechnen. Wir müssen gewappnet sein“, sagte er mit Blick auf einen mutmaßlich islamistischen Hintergrund des Anschlags, kurz nachdem die „Morgenpost“ Mohammed-Karikaturen des Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nachgedruckt hatte.  Bauer würdigte Besonnenheit und Mut aller Mitarbeiter im Umgang mit einer „heiklen Situation“ und im Einsatz für die Pressefreiheit.

Christian DuMont Schütte (57), vor 25 Jahren bei MDS eingetreten, war vor seinem Wechsel in den Aufsichtsrat im Januar 2014 im Vorstand der Mediengruppe tätig. Der Verleger und Herausgeber ist auch Vorsitzender des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen.

Isabella Neven DuMont (46) war seit März 2011 Mitglied des Vorstands und Herausgeberin.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats  neben Kilz sind der Unternehmer Dr. Patrick Adenauer und der  Unternehmensberater Professor Dr. Peter May.

Dem Vorstand der Mediengruppe gehören – neben dem Vorsitzenden Bauer – weiterhin Dr. Eberhard Klein und Robert von Heusinger an.