Alle Menschen haben Angst. Ich auch. – Der Satz, den Inspektor Bauer (Gert Fröbe) wie nebenher fallen lässt, markiert das zentrale Thema von Ingmar Bergmans Film „Das Schlangenei“. Angst liegt über dem Land, der Stadt, jedem Einzelnen. Angst vor Hunger und Kälte, vor dem kommenden Tag. Angst vor den Straßenkämpfen zwischen Rechts und Links. Vor den nächtlichen Sturmtrupps, die durch die Metropole ziehen und auf jeden einprügeln, der sich ihnen in den Weg stellt. Im „Schlangenei“ gibt es eine Szene, wie sie Kurt Maetzig schon in seinem Holocaust-Drama „Ehe im Schatten“ (1947) gezeigt hatte: Ein Mensch wird von Faschisten zusammengeschlagen, aber zwei Polizisten, die das Geschehen unmittelbar erleben, sehen nichts, hören nichts, wollen von nichts wissen.

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