Berlin - Vor elf Dekaden wurde der feministische Kampftag auf der Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen erstmals ausgerufen. Proletarische Frauenkämpferinnen wie Clara Zetkin oder Käte Duncker forderten das Frauenwahlrecht und gleichen Lohn für gleiche Arbeit. 110 Jahre später ist der sogenannte „Frauentag“ endgültig vom Kapitalismus eingenommen worden. Kaufhallen überbieten sich mit Angeboten für Sekt und Blumen. Ein Restaurant in der Uckermark bietet Frauentagsmenüs in Thermoboxen, damit der Herr des Hauses am Abend nur noch die Kerze anzünden muss. Wertvolle Lebenszeit soll eben nicht am Herd verschwendet werden: Auch der 8. März lässt die statistisch niedrige Sorgearbeit der Männer so nicht in die Höhe schießen.

Doch wir brauchen keine Blumen. Auch keinen Sekt. Auch für Dinner im Kerzenschein ist es zu spät. Wir brauchen Verbündete, die den Kampf gemeinsam mit uns führen. Die Zeit drängt, das Patriarchat hat im vergangenen Jahr zu alter Größe gefunden, die Covid-19-Krise hat bestehende Ungleichheiten verstärkt.

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