In jeder der Geschichten ist irgendwer irisch. Wie Mae, die beim Schritt aus der Heimat in die Neue Welt Amerika ihren Taufnamen Maeve zwar um die verräterischen beiden letzten Buchstaben kürzte. Peter, ihr Mann, erkennt bis zum Schluss in ihr das irische Bauernmädchen. Er sieht sie noch dann so, als die früher runden Wangen fahl und eingefallen sind, als die Krankheit Mae zeichnet und es überhaupt immer schwieriger wird, Mae auch noch in ihren rätselhaften Ausbrüchen und Aussprüchen zu begreifen. Peter hält ihr die Stange. Sie hatten ein langes gemeinsames Eheleben, sie haben sich geliebt. Dass es dann doch eine ganz und gar einsame Entscheidung ist, die Mae trifft, während Peter jene von ihr bestellten Melonen fürs Abendessen besorgt – das stürzt wiederum Peter in eine seltsame und erst langsam zu entziffernde Einsamkeit.

Mehr noch als Iren sind diese Figuren in Richard Fords neuen Erzählungen aber in der Tat Passagiere; Reisende im Zug des Lebens, der so oft verworrene und unbegreifliche Wege nimmt. Und so ist „Irische Passagiere“ ein treffender Titel, auch wenn er mit dem originalen „Sorry for Your Trouble“ wenig zu tun hat.

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