Winskiez in der Osterwoche, das Café, in dem wir verabredet sind, platzt natürlich aus allen Nähten. Zum Glück kann kein Menschenauflauf so groß sein, dass Oliver Masucci nicht sofort herausstechen würde: Mit seinem eindrucksvollen Jack-Palance-Gesicht ist der in Berlin lebende Schauspieler zur prägenden Figur des neuen deutschen Serienfernsehens geworden. In „4 Blocks“ und in „Dark“ bringt er eine Präsenz, eine Getriebenheit und einen in langen Jahren am Theater geschulten Wahnsinn auf den Bildschirm, wie man es in heimischen Produktionen noch nicht kannte.

Eine echte Kante von einem Typen, auf die nun auch das Kino verstärkt setzt: In „Spielmacher“ ist Masucci seit dem 12. April als kroatischer Kleinmafioso und Fußballwettpate zu sehen, in „HERRliche Zeiten“ ab dem 3. Mai als neureicher, neurotischer Schönheitschirurg. Letzteres dabei so überzeugend, dass er als Bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis nominiert ist, der am kommenden Freitag vergeben wird.

Er ist ein Spätzünder, das weiß er. Im Dezember wird Oliver Masucci fünfzig, „die Zeit, in der man den jugendlichen Liebhaber spielen kann, ist wohl vorüber“. Nicht, dass ihn das allzu sehr schmerzt: „Der jugendliche Liebhaber war aber auch noch nie die interessanteste Rolle.“

Sie wissen schon, dass Sie große Ähnlichkeit mit Jack Palance haben.

Das höre ich tatsächlich erst zum zweiten Mal. Viel öfter heißt es, ich sehe aus wie der Typ aus „Blade Runner“ – wie heißt er noch? Nicht Harrison Ford, sondern der Große mit den blonden Haaren.

Rutger Hauer.

Genau der.

Sie sind eine echte Kante.

Ich glaube, das ist genetisch. Das ist das italienische Erbe, gepaart mit dem Preußischen.

Hatten Sie diese harten Züge schon immer oder hat sie Ihnen erst das Leben hineingemeißelt?

Das Leben hat mich eher weich gemacht, glaube ich. Klar, ich habe dreißig Jahre Theater gespielt, das ist natürlich eine unglaubliche Zeit des Lernens und auch des Leidens, jeden zweiten Abend auf der Bühne, teilweise fünf bis sieben Stunden lang, da beißt man sich schon ganz schön durch. Aber selbst dann hat mich das Theater eher weich gemacht. Und das Harte in und an mir eher wegtherapiert.

Haben Sie mehr von Ihrem Vater oder von Ihrer Mutter?

Von beiden etwas. Meine Mutter hatte hohe Wangenknochen, da bin ich wohl bei ihr. Mein Vater ist relativ dick geworden, deswegen weiß ich gar nicht so genau, wie er aussah als junger, schlanker Mann, ob er ...

... auch so einen Cäsarenkopf hatte?

Ich müsste tatsächlich mal in alten Bildern kramen.

Ihr Vater ist Italiener. Aus welcher Ecke?

Aus Kampanien, im untersten Südwesten. Aus einem kleinen Bergdorf in der Provinz Avellino. Man sieht auf den Vesuv. Ein ziemlich authentisches italienisches Bergdorf, das vom Tourismus bislang verschont geblieben ist. Man kommt da nur hin, wenn man mit den Leuten dort irgendwas zu tun hat.

Haben Sie noch Verbindungen dahin?

Das ist leider ein bisschen abgerissen, nachdem mein Onkel gestorben ist vor ein paar Jahren. Aber wir haben da immer noch ein Haus.

Wie schön. Andere kaufen erst ein Haus in Italien, um einen Rückzugsort zu haben.

Schon. Aber ich bin leider selten dort. Ich habe, muss ich zugeben, den Bezug zu Italien irgendwann verloren, so in der Pubertät. Da bin ich nicht mehr mitgefahren. Da ich die Sprache nie richtig erlernt hatte, war da auch immer so ein Hemmnis. Ich kann Italienisch zwar verstehen, aber nicht richtig sprechen. Ich kam mir da immer fremd vor.

Ihre Eltern haben es versäumt, Sie zweisprachig großzuziehen?

Mein Vater hat viel gearbeitet in der Zeit. Ich glaube auch, dass mein Vater wollte, dass ich als Deutscher aufwachse. Er hatte ja selber damit zu tun, hier anerkannt zu werden. Ich glaube, das war der tiefere Grund. Klar haben wir uns später beide darüber geärgert.

"Itaker, Spaghettifresser - das habe ich alles gehabt"

Und hat es was genutzt? Oder waren Sie in der Schule doch das Gastarbeiterkind?

Na ja, ich hatte ja diesen Namen. 1968 bin ich geboren, also Grundschule Mitte der 70er-Jahre. Da waren die Lehrer noch nicht so weltoffen, die meisten hatten den Zweiten Weltkrieg noch mitgemacht. Die haben halt „Masucki“ gesagt. Da konnte ich mich auf den Kopf stellen und sagen, ich werde „Masutschi“ gesprochen. Aber so hieß ein deutscher Junge damals nicht. Schluss. Das hat mich wahnsinnig genervt.

Auch verletzt?

Man fühlt sich schon ausgegrenzt. Man grenzt sich dann aber auch selber aus, wenn Sie wissen, was ich meine. Je mehr du darauf pochst, einen italienischen Namen zu haben, weil dein Vater eben Italiener ist, desto mehr unterstreichst du ja dein Anderssein. Und natürlich war ich der Itaker, der Spaghettifresser – das habe ich alles gehabt: die üblichen Gemeinheiten.

Wie sind Sie damit klar gekommen?

Ich bin schon damit klargekommen. Ich sah ja nicht aus wie ein Italiener, von daher war das nicht immer und überall so. Aber an der Schule: Da waren die Scheidungskinder und die mit einem fremdländischen Namen – vor denen musste man sich in Acht nehmen, das waren die Asozialen.

Ich war zur gleichen Zeit in der Grundschule wie Sie, in Bayern. Da waren es die Protestanten. Es gab zwei in der Klasse. Die hatten auch eher selten was zu lachen.

Und Sie wussten vermutlich überhaupt nicht, warum Sie die beiden gemobbt haben.

Sie hatten frei, wenn alle anderen in den Religionsunterricht mussten. Das konnte natürlich nicht ungestraft geschehen.

Das sind eben so die Grausamkeiten, die Kinder begehen, ohne zu wissen, dass sie grausam sind. Was mich angeht, ich fühlte mich ja als Deutscher. Und trotzdem war ich der Itaker. Außer, wenn ich in Italien war, da war ich der Deutsche.

Wie war das bei Fußballländerspielen?

Im Fußball war ich immer für Deutschland. Ich hab da auch immer mit meinem Papa gewettet, um fünf Mark, jedes Mal, wenn Deutschland gegen Italien gespielt hat bei einer WM. Und ich habe immer verloren. Mein Bruder, der auch immer auf Deutschland gesetzt hat, hat dann bitter geheult, und dem hat er dann die fünf Mark erlassen. Ich musste bezahlen.

Dann können Sie der WM in diesem Jahr gelassen entgegensehen, denn Italien hat sich ja nicht qualifiziert.

Das ist aber auch furchtbar.

Spielen Sie auch wegen all dem gerne Außenseiter? Jetzt gerade wieder sind Sie als kroatischer Halbweltler in „Spielmacher“ zu sehen, demnächst in „HERRliche Zeiten“ als Parvenü, der zu allem bereit ist, um seinen sozialen Rang zu verteidigen.

Ich kann mich grundsätzlich ganz gut reindenken in so widerspenstige Charaktere. Die geben aber auch einfach mehr her, diese Außenseiter. Im klassischen Theater sind die Charaktere ja auch alles vom Leben geschlagene Figuren. Das sind immer die interessantesten Rollen.

Ihre Figuren sind immer Typen am Rande des Wahnsinns, bei denen man ständig mit dem Schlimmsten rechnen muss. Und manchmal passiert das dann auch. Also, diesem kroatischen Möchtegernpaten in „Spielmacher“, Dejan heißt er, möchte ich nicht in der Nacht begegnen.

Ich auch nicht. Und der ist ja auch besonders fies. Obwohl er als Immigrant auch nur seinen Platz im Leben sucht und seine Familie verteidigen will. Sein Bruder ist im Bosnienkrieg gefallen, weil er für sein Land gekämpft hat, und Dejan hat dann für sich den Schluss gezogen, dass ein Land oder eine Gesellschaft nichts ist, wofür es sich einzubringen lohnt, sondern nur das eigene Fortkommen zählt.

Werden Sie auf der Straße erkannt?

Ja. Vor allem wegen „Dark“. Man merkt, dass das international ausgestrahlt wird. Da erkennen einen am Flughafen plötzlich Leute vom anderen Ende der Welt. Ich bin dann immer noch erst einmal überrascht, weil ich denke, ich habe eine deutsche Serie gedreht, und mir der Umstand, dass sie aber in 190 Ländern ausgestrahlt wird, in seiner Dimension noch nicht so richtig klar ist.

Ob ich Hitler was zu verdanken habe? Absolut!

Wenn die Fans zu aufdringlich werden, könnten Sie sie mit einer perfekten Hitler-Parodie verschrecken.

Lange nicht mehr gemacht. Aber ich glaube, ich hätte es noch drauf.

Hitler haben Sie eine ganze Menge zu verdanken.

Absolut, zumindest der Rolle in „Er ist wieder da“, die hat mir sehr viel eröffnet. Ich meine, 2,6 Millionen Zuschauer! Da steht man plötzlich da – und ich hatte das Glück, dass ich da auch ganz gut wieder rausgekommen bin.

Bruno Ganz klagte noch Jahre nach „Der Untergang“, dass ihm der Hitler noch immer anhängt.

Das kann man, glaube ich, nicht vergleichen, so eine Satire mit einem biografischen Drama. Und ich habe ja ohne Maske überhaupt nichts von Hitler, weder seine Züge noch seine Physiognomie. Es war auch eine immense Überwindung, eine solche Figur 12 bis 18 Stunden durchzuspielen und dabei Politiker, rechte Parteien und Internetnazis zu treffen. Egal, wo ich auftrat, immer kamen Leute, und ich musste improvisieren und immer in der Rolle bleiben. Als Schauspieler habe ich natürlich wahnsinnig viel gelernt.

Was genau?

Dass Schauspielen immer in erster Linie Spiel ist – mit der Rolle spielen, mit der Situation. Als ich zum Beispiel mit Oskar Roehler anfing, „HERRliche Zeiten“ zu drehen, fuhren wir auf der Bonner Landstraße, und da verfiel ich beim Reden in meinen Heimatdialekt, ich bin ja in Bonn aufgewachsen. Und das hat dann solchen Spaß gemacht, auch die Kölner Teammitglieder sind darauf angesprungen, und dann habe ich auch meine Filmfigur mit diesem Slang sprechen lassen. Das war Spiel im besten Sinn, das stand nicht im Drehbuch, und von redaktioneller Seite hätte man die Figur lieber als einen Intellektuellen gesehen ...

... einen profilneurotischen Schönheitschirurgen mit Namen Claus Müller-Todt.

Ein richtig schöner Neureicher. Der hat sich hochgearbeitet, da will er bleiben, eigentlich denkt er, es wäre Zeit, noch eine Stufe aufzusteigen, dorthin, wo sein Nachbar schon ist, ein Araber mit Bodyguards und Dienerschar. Aber man merkt in allem, dass er von unten kommt. Und er spricht ja auch nicht wie ein rheinländischer Proll: schon derb, aber mit dieser kleinen theatralischen Überhöhung, also eher wie ein rheinländischer Proll, der versucht Hochdeutsch zu sprechen.

Die Rolle hat Ihnen eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis beschert. Herzlichen Glückwunsch!

Das ist aber auch der besonderen Situation zu verdanken, einer ja fast kammerspielhaften Situation. Vier Schauspieler an einem Set. Oskar Roehler hat das Ganze wie bei einem Theaterstück linear gedreht, was beim Film eher selten passiert. Wir haben auch bei den Kostümen was gewagt: dieser scheußliche taubenblaue Anzug, den ich trage, die lachsfarbenen Polos. Und wir hätten uns fast Botox spritzen lassen.

Im Ernst?

Katja Riemann, die meine Frau spielt, und ich, wir dachten, das könnten Leute sein, in deren Gesichtern sich fast gar nichts mehr bewegt. Aber dann wäre das Gesicht so zu gewesen, dass gar keine Mimik mehr möglich gewesen wäre.

Das wäre dann das Zementieren der Zustände gewesen – im doppelten Wortsinn. Wie so viele Menschen dieser Tage treibt auch dieses Paar die Angst um, sozial abzusteigen.

Klar, das ist das Thema. Diese Ängste schlummern in jedem, in Zeiten großer Veränderungen, wie wir sie jetzt haben, treten sie natürlich besonders zutage. Beim Ehepaar Müller-Todt in „HERRliche Zeiten“ geht das dann so weit, dass sie sich völlig abschotten, in ihrer Gated Community leben, Kameras installieren, damit bloß niemand kommt, um ihnen was wegzunehmen. Die Welt mit all ihren Katastrophen, der ungewaschene Mob oder das, was sie dafür halten – das alles bleibt draußen, und sie ziehen sich hinter den Zaun zurück, futtern neurotisch Pillen und schauen „Downton Abbey“, wo die Welt noch in Ordnung und jeder an dem ihm zustehenden Platz in der sozialen Hackordnung ist.

Ihr Vater führte ein Restaurant, Sie sind Schauspieler geworden. Ging es Ihnen dabei auch darum, sozial aufzusteigen?

Wir waren solide Mittelschicht, und ich hatte nicht den Drang, reich und berühmt zu werden, deshalb habe ich den Beruf nicht gewählt.

"Ich hielt mich für einen harten Burschen"

Sondern?

Das habe ich meiner damaligen Deutschlehrerin zu verdanken. Die hat mich in die Literatur geholt. Bücher hatten bei uns zu Hause nicht so die Rolle gespielt. Und dann lotste die mich also in die Theatergruppe, die haben die „Dreigroschenoper“ geprobt, und ich weiß noch, wie ich da stand, ich war zuvor nie im Theater – und dann singt die Polly: „... und ein Schiff mit acht Segeln und mit fünfzig Kanonen wird entschwinden mit mir.“ Da sind mir die Tränen gekommen. Das hat etwas in mir bewegt. Das hat eine Seite angeschlagen, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.

Wie der junge „Stoner“ in dem berühmten Roman, als er die Literatur entdeckt.

Ich war sechzehn und hielt mich für einen harten Burschen mit ordentlich Wut im Bauch. Und dann werde ich da ganz weich. So habe ich mich ins Theater verliebt.

Das Restaurant zu übernehmen war keine Option?

Das hätte ich machen können. Ich habe das gelernt, das Kochen, die Gastronomie. Aber ich habe auch gelernt, wie hart das ist: diese blöden Arbeitszeiten, von neun bis um elf, mittags schlafen und den ganzen Abend bis spät wieder ins Restaurant. Und dann bin ich zum Theater und hatte die gleichen Arbeitszeiten.

Was hat Ihr Vater zu Ihrer Berufswahl gesagt?

Der fand das natürlich eine Schnapsidee. Der wollte, dass ich das Restaurant übernehme. Aber nach einem Jahr Schauspielschule sind meine Eltern dann mal gekommen und haben geguckt, so aha, der ist ja sehr wechselhaft der Junge, immer verschiedene Sportarten gemacht und so – aber dann haben sie gesehen, dass es mir ernst war, und dann haben sie es akzeptiert. Sie wollten mich, glaube ich, schneller beim Fernsehen sehen, sie meinten, da hat man mehr Erfolg, da verdient man mehr Geld. Und es war schon noch ein Weg, ihnen zu erklären, dass ich aber lieber Theater spiele. Das haben die nicht so verstanden, dass man nicht sofort in eine Serie will.

Da müssten Ihre Eltern ja jetzt glücklich sein.

Ich bin es auch. Die Film- und Fernsehrollen, die ich jetzt bekomme, sind eine Chance, noch mal völlig neu, vielleicht auch ganz anders gesehen zu werden als von den Leuten, mit denen ich die letzten fünfzehn Jahre zu tun hatte. Die Chance, sich ganz anders zu zeigen. Das ist was Schönes.

Sie werden in diesem Jahr fünfzig.

Oh Gott!

Macht Ihnen das schlechte Laune?

Ehe Sie das jetzt gesagt haben, habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht. Aber jetzt wird das in Ihrer Zeitung stehen, und alle werden es wissen. Und ich muss mir überlegen, ob ich das feiere und wen ich einlade. Und dann steht diese Zahl in Klammern hinter meinem Namen. Was ist das eigentlich für eine Unsitte?

Ich glaube, zu den Errungenschaften der MeToo-Debatte gehört, dass in den Boulevardzeitungen das Alter zumindest bei Frauen nicht mehr zwanghaft hinter dem Namen stehen muss. Vielleicht wird das ja auf die Männer ausgeweitet.

Das wäre schön. Liebes Publikum, vergessen Sie das Alter, die Rasse und das Geschlecht. Sehen sie nur den Menschen!

Ist Ihr Vater noch aktiv?

Nein, der hat schon vor einer Weile verkauft. Alles in Ordnung da. Ich habe ihn mal gefragt: „Vermisst du was?“ Und da hat er nur gesagt: „Un Gorgonzola.“

Gorgonzola?

Er hatte immer so einen großen Gorgonzola im Kühlschrank, von dem er abgeschnitten hat, der hat besser geschmeckt als alles andere. Das ist das einzige, was er vermisst.

Wie es weiter geht mit "Dark"? "Keine Ahnung."

 

Und was kochen Sie, wenn ich zu Ihnen zum Abendessen komme?

Deftig, deutsch. Rouladen, Gulasch, so was.

Ach was.

Meine Mutter stammt aus Sachsen, müssen Sie wissen, aus Chemnitz. Und wenn die Oma kam, gab es immer solche Sachen. Aber klar, italienisch, das habe ich, wie gesagt, richtig gelernt. Und davon habe ich auch profitiert als junger Schauspieler, der viel rumkommt und nirgends recht zu Hause ist. Das war oft einsam, und dann habe ich angefangen zu kochen. Die italienische Küche braucht ja nur ganz wenige Zutaten, aber wenn die stimmen, kannst du alles machen, fünf Zutaten. Das hat so eine Verbindung nach Hause hergestellt. Über den Geschmack ein Gefühl von Heimat zu bekommen, ist ja sehr schön.

Und was gibt es bei Ihnen, wenn Sie italienisch kochen?

Piccata pizzaiola. Das ist ein dünnes Kalbsschnitzel mit einer Soße aus Tomaten, Kapern und Oliven. Dazu Nudeln.

Sie wohnen seit einiger Zeit in Berlin.

Seit Oktober, ja. In einer sehr schönen Ecke in Prenzlauer Berg. Ich bin vor allem wegen „Dark“ hierher gezogen, weil das hier im Umland gedreht wird. Und dann ist es ja schon so, dass vieles, was mit meinem Beruf zu tun hat, hier in Berlin stattfindet.

Theater spielen Sie gar nicht mehr?

Nein. Das ist gar nicht mehr möglich. Ich hab „Spielmacher“ gedreht, war drei Monate mit Oskar Roehler unterwegs, und jetzt geht „Dark“ wieder los. Wann soll ich da noch Theater spielen? Aber ich hab das auch lange genug gemacht. Und wissen Sie, was das Tolle ist? Ich hab die Abende frei. Das kannte ich praktisch gar nicht mehr. Das genieße ich zurzeit total.

Wie geht es eigentlich weiter mit „Dark“? Ihre Figur, der Polizist Ulrich Nielsen, hatte sich ja in der zwischen drei Zeitebenen hin- und herspringenden Handlung zuletzt heillos verrannt. Wie kommt er aus der Nummer wieder raus?

Da bin ich auch gespannt.

Sie wissen es noch nicht, oder Sie dürfen es nicht sagen?

Wirklich, ich habe keine Ahnung.

Und wo gehen Sie nach Drehschluss am Abend hin, um eine gute Pasta zu essen?

Herr Rossi in der Winsstraße. Der hat nicht viel, sehr kleine Karte. Da gibt es zwei Pastas, ein Risotto, zwei Hauptgerichte und vier Vorspeisen. Sehr toll.