Potsdam - Eine Kleinstadt in der Altmark, Internationaler Frauentag: Am Marktplatz soll das Richtfest für eine Kaufhalle begangen werden, der Bürgermeister will eine Rede halten. Der Mann ist zunächst kaum zu verstehen, denn sein Mikrofon pfeift, Teenager drehen auf ihren Mopeds Runden und ein Traktor tuckert vor sich hin. Als endlich Ruhe eintritt, fällt krachend ein altes Fachwerkhaus in sich zusammen. Woraufhin die Festgemeinde in Gelächter ausbricht und der ABV schulterzuckend daneben steht.

Mit dieser Szene beginnt der Defa-Spielfilm „Jadup und Boel“. Er wurde Anfang 1980 gedreht, erblickte jedoch erst 1988 das Licht der Leinwände. Das Werk erwies sich nicht nur als einer der besten Defa-Gegenwartsfilme, seine Dreharbeiten wurden auch in kaum zu überbietender Weise geheimdienstlich dokumentiert. Zumindest auf diesem Gebiet gehörte die DDR wirklich zur Weltspitze.

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