Als vor 60 Jahren sein erster Langfilm „Außer Atem“ herauskam, schien der Rest des Kinos plötzlich alt auszusehen; einschließlich der Filme seiner Kollegen von der Nouvelle Vague. Die bewegten Bilder gehorchten den Konventionen nicht mehr. Sie gewannen Eigensinn. Die Kamera flanierte anarchisch durch Paris, die Montage löste den Zeitfluss auf, sprang in derselben Szene von einem Moment zum übernächsten und Jean-Paul Belmondo plauderte munter auf die Kamera ein.

Da das Budget nicht für einen Kamerawagen reichte, wurden die Fahrten in einem geborgten Rollstuhl gedreht. Ein festes Drehbuch gab es nicht. Und der blutjunge, ebenso schüchterne wie ehrgeizige Regisseur ließ sein Team auch sonst im Ungewissen. Nicht einmal sein Produzent wusste, wo er überhaupt wohnte. Jean-Luc Godard kultivierte von Anfang an das Bild des undurchsichtigen Dandys, dessen äußere Erscheinung zwischen Eleganz und Verwahrlosung schillerte. „Es war fast so“, sagte sein Kamerad Francois Truffaut, „als würde ein Clochard einen Film drehen.“

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