Mit den Israelis ist das so eine Sache. Sie halten Frieden für einen schönen Traum – für mehr aber auch nicht. Doch wenn da einer plötzlich vor ihnen steht, dazu noch ein Iraner, und sagt, „ihr wisst gar nicht, wie sehr ich euch liebe“, sind sie hin und weg. Der Mann ist ein bekannter Filmemacher, Mohsen Makhmalbaf, seit acht Jahren aus seinem Heimatland verbannt. Er ist der Star des Jerusalemer Filmfestivals, das in diesem Jahr zum dreißigsten Mal stattfindet. Makhmalbafs frühe Werke sind schon in den neunziger Jahren auf dem Festival gelaufen, was ihm damals zusätzlichen Ärger mit dem Mullah-Regime bescherte. Diesmal ist er persönlich erschienen, dazu mit seinem neuesten Film „The Gardener“, den er mit seinem Sohn Maysam als Kameramann in den Baha’i-Gärten in Haifa gedreht hat.

Die Baha’i, das ist der Name für eine Religion, die Krishna, Moses, Buddha, Jesus und Mohammed für die Propheten des selben Gottes hält, vor 170 Jahren in Persien entstanden ist und die in der israelischen Hafenstadt ihr spirituelles Zentrum hat. Es liegt am Hang des Carmelbergs, inmitten nahezu vollkommener Gartenidylle. In „The Gardener“ erforscht Makhmalbaf, der sich selber als Agnostiker bekennt, diese Idylle und versucht, die Rolle der Religion zu begreifen. Er tut dies auf eine sehr sinnliche, meditative Weise. Die Kamera schwelgt in Blumenbeeten, die so farbenfroh sind, dass sie mitunter surreal wirken. Der Filmemacher gibt sich ihnen buchstäblich hin.

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