Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller: Joachim Meyerhoff.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

Der Held, zugleich Ich-Erzähler des Buches und abzüglich gewisser künstlerischer Freiheiten identisch mit dem Autor, hat einen Schlaganfall erlitten. Schauplatz der Handlung ist das Allgemeine Krankenhaus Wien. Als er wieder aufstehen kann und nicht mehr im offenen Krankenhaushemdchen, sondern bereits im Bademantel durch den Flur humpelt, begegnet ihm eine bisher unbekannte Ärztin. Die kennt aber ihn, vermutlich aus dem Burgtheater. Auch Promis kann es erwischen, sagt sie, und er hört dabei Schadenfreude heraus. Sie macht mal eben den Lieblingstest zum Erkennen der neurologischen Grundfunktion. Joachim Meyerhoff kann zwar mühelos mit dem rechten Zeigefinger an seine Nase tippen, mit dem linken verfehlt er sie allerdings. „,Sie sind doch immer so ein ganz ein Lebendiger gewesen.‘ Na, danke, dachte ich, was war ich denn jetzt? Ein ganz ein Toter?“

Die demütigende Situation, dass jemand zufrieden registriert, wie man aus der Bahn geworfen wurde, hätte ein Pflasterstein auf dem Weg in eine fette Depression sein können. Ein kleiner, denn schwerer wog in dem Moment und Zustand für den Schauspieler natürlich die Tatsache, dass seine berufliche Existenz infrage stand, die davon abhängt, den Körper perfekt zu beherrschen. Ihn rettet zunächst sein Zweitberuf. Seit er begonnen hat, seine autobiografischen Bühnenprogramme in Romane zu verwandeln, begonnen 2007 mit „Alle Toten fliegen hoch“, behauptet er sich als Schriftsteller.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.