Diesen skeptisch-melancholischen Blick hat er drauf: Jonas Dassler.
Berliner Zeitung/Markus Wächter

Berlin - Es ist kurz nach zehn an diesem Morgen, aber die Ersten sind wir trotzdem nicht. „Schon verbraucht“, sagt Jonas Dassler. Das ist ein Witz, er ist dann so was von konzentriert während unseres Gesprächs später. Nun verzichtet er  netterweise   darauf, erstmal  zu rauchen, damit unsere Zeit nicht noch knapper wird. Stattdessen posiert er für den Fotografen, stellt sich in eine Balkontür, hält auf dessen Anweisung den dünnen Vorhang vors Gesicht,  lässt  ihn dann flattern, geht in die Hocke, steckt die Hände in die Taschen, zieht die Schultern hoch.  Regieanweisungen sind für den Schauspieler Jonas Dassler kein Problem. Einem größeren Publikum  wurde er durch seine Darstellung des Hamburger Frauenmörders Fritz Honka bekannt, dessen Geschichte Fatih Akin in seinem Film „Der Goldene Handschuh“ verarbeitete. Er lief bei der Berlinale 2019 im Wettbewerb.  Jonas Dassler ist schon  zum neuen Gesicht des deutschen Kinos ernannt worden, mit Tom Cruise hat man ihn verglichen, mit James Dean. Letzteres trifft es vielleicht am ehesten. Einmal   wegen des intensiven melancholisch-skeptischen Blicks, den Dassler draufhat, aber vielleicht auch wegen seines rebellischen Potenzials, das man ihm  sofort zuzuschreiben bereit ist, ohne dafür wirklich einen Anhaltspunkt zu haben.

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