Berlin - Wenn man eine sehr weit gefasste Vorstellung von der Textform Essay hat, dann ist Kathrin Passig, die in diesem Jahr mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet wird, auch eine Essayistin. Die Akademie der Künste vergibt diese mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung jährlich für Essayistik. Es wäre natürlich falsch, die 1970 im bayerischen Deggendorf geborene Kathrin Passig auf die Autorschaft einer einzigen Textsorte zu reduzieren. Jenseits aller Genrezuordnungen war ihr Buch „Sie befinden sich hier“ eine literarische Exkursion über Orientierung und Desorientierung, für dessen Ausgangstext sie 2006 in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden war. Seither schrieb sie nicht nur Bücher und Zeitschriftenbeiträge zu Themen der Digitalisierung, sondern reüssierte auch als Romanfigur in Gerhard Henschels „Erfolgsroman“.

Kathrin Passig, lobt die Jury, sei eine der wichtigsten und treffsichersten Diagnostikerinnen der Gegenwart. „Leichthändig, in glasklarem Stil und voller Sachkenntnis schlägt sie den Bogen von den digitalen Medien zu den von ihnen ausgelösten Befindlichkeiten, von ungelösten Menschheitsrätseln zu den Tücken der Technik, von Netzgemeinschaften zur Schönheit des Prokrastinierens. (…) Mit lässigem Witz klärt sie auf, nicht ohne uns immer auch ein wenig heimzuleuchten.“

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