Blick in den Epochenraum „Katastrophe“ im Jüdischen Museum Berlin.
Foto: Yves Sucksdorff

BerlinEine steile Treppe führt hinauf zur neuen Dauerausstellung im Jüdischen Museum. Auf die Stufen sind lateinische und hebräische Buchstaben projiziert, die sich zu immer neuen Ortsnamen zusammensetzen: Worms, Speyer, Hannover, Berlin. Und damit ist man eigentlich schon beim Thema, bei der Perspektive dieser Schau: die Geschichte der Juden in Deutschland, ihre Gegenwart, in einer Umwelt, die nicht jüdisch ist. Ein jüdisches Leben in der Diaspora, das oft ein zweigeteiltes Leben ist, eine zweigeteilte Identität. Es ist eine Geschichte von Anziehung und Abstoßung,  die hier erzählt wird, und immer wieder auch von Verfolgung und Gewalt.

Zweieinhalb Jahre hat der Umbau im Jüdischen Museum Berlin, dem größten derartigen Haus in Europa, gedauert. Zuletzt wurden die Arbeiten durch Corona noch um ein paar Monate verzögert. Es ist eine Zeit, in der das Haus durch große Erschütterungen gegangen ist, Zeichen für die Politisierung, die diese Häuser überall in Europa betrifft, sie unter Druck setzt. Peter Schäfer hatte seinen Vertrag als Direktor des Museums eigens verlängert, um die neue Ausstellung noch eröffnen zu können. Dann erklärte er nach Kritik vom Zentralrat der Juden und der israelischen Regierung, er sei zu israelkritisch, zu palästinafreundlich, vor gut einem Jahr den Rücktritt. Seine Nachfolgerin Hetty Berg aus Amsterdam, erst seit April im Amt, eröffnet nun eine Schau, auf die sie keinen Einfluss hatte. Chefkuratorin ist Cilly Kugelmann, die langjährige, seit 2017 pensionierte Programmdirektorin des Hauses. Sie führte ein 20-köpfiges Team.

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