Berlin - Die Liebesgöttin hat heute sehr schlechte Laune. Zornig schlägt sie auf zerschredderten Metallstücken herum und schreit ihren Geliebten an; mit furchterregend kalter Stimme verhöhnt und erniedrigt sie ihn; später lässt sie den unglücklichen Knaben abschließend – ihre Laune ist inzwischen nicht besser geworden – von seinen eigenen Pferden in Stücke zerreißen.

Wer ist der Mann, und was hat er bloß falsch gemacht? Er heißt Hippolytos und hat vorübergehend mit der Jagdgöttin Artemis geflirtet; daraufhin wird er von der ausnehmend eifersüchtigen Aphrodite nach allen Regeln der Kunst ruiniert. „Der bekränzte Hippolytos“ heißt diese Tragödie, die der athenische Dichter Euripides um das vorchristliche Jahr 428 verfasst hat.

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