Sie müssen nicht hin. Jedenfalls erst mal nicht. Die Mitglieder der koreanischen K-Pop-Band BTS dürfen ihren Wehrdienst verschieben, der eigentlich für jeden jungen Koreaner obligatorisch ist. Sie müssen ihn erst antreten, wenn sie 30 sind, während ansonsten gilt, dass er zwischen zwischen 18 und 30 geleistet werden muss, und zwar für fast zwei Jahre. Was bedeutet, dass es spätestens mit 28 so weit ist. Doch nun hat das koreanische Parlament eine Gesetzesänderung verabschiedet, die für BTS eine Ausnahme möglich macht. Ein wohl weltweit einzigartiger Vorgang.

Wobei bisher diese Ausnahme schon für klassische Musiker und Sportler galt, wenn sie einen Beitrag zum Ansehen des Landes geleistet haben. Doch für Popstars hatte der Verteidigungsminister die Regelung bisher abgelehnt – aus Gründen der Fairness, wie er sagte. Und die durchaus braven Jungs von BTS hatten sich in keiner Weise dagegen aufgelehnt, sondern im Gegenteil versprochen, bei der Armee das Beste für ihr Land zu tun.

Dabei dürfte es keine Künstler geben, die mehr für das Ansehen Koreas auf der ganzen Welt getan haben als die sieben BTSler. Sie haben sogar in den USA den Durchbruch geschafft, ihre Songs waren mehrmals an der Spitze der Billboard-Charts. Ihre perfekt inszenierten YouTube-Videos erreichen um eine Milliarde Views. Sie locken Touristen an, machen ihr Land auf der ganzen Welt bekannt, ebnen den Weg für andere K-Pop-Gruppen oder auch Fernsehserien und andere Produkte. Irre, wenn man bedenkt, dass des Koreanischen Unkundige meist kein Wort aus ihren Songs verstehen.

Wer weiß, was den Verteidigungsminister zum Einlenken gebracht hat. Vielleicht muss man sich auf die Spur des Geldes begeben. Im Oktober ging Big Hit, die Firma hinter BTS, an die Börse. Der Wert der Aktie trieb den Marktwert von Big Hit auf über vier Milliarden Dollar. Und alles hängt an dieser einen Gruppe. Mal sehen, was passiert, wenn die BTS-Jungs 30 werden.