Käthe Kollwitz Museum in Berlin: Die Direktorin Iris Berndt gibt auf

Sie hat sich abgemüht, sich den Mund fusselig geredet, gekämpft – für den Erhalt und den Verbleib des Berliner Käthe Kollwitz Museums am Standort Fasanenstraße.

Am Freitag wurde bekannt, dass Iris Berndt, promovierte Kunsthistorikerin und seit 2014 engagierte Direktorin des vor 30 Jahren gegründeten privaten Museums mit einem Teil des Nachlasses der großen deutschen Künstlerin, aufgibt. Und das, obwohl es ihr gelang, dem Museum neue Impulse für Ausstellungen und die heutige Rezeption der Kollwitz-Kunst zu geben, das lange ersehnte Depot einbauen zu lassen, zudem die Besucherzahlen, gerade unter Jugendlichen, zu erhöhen.

 Der Nachricht, die einschlug wie der Blitz, ging eine längere Leidensgeschichte voraus. Der Besitzer des Hauses Fasanenstraße 24, Bernd Schultz, einst Chef des Auktionshauses Villa Grisebach, drängt das von einem Förderverein getragene Museum seit Monaten vehement zum Auszug, genauer, zum Umzug nach Neukölln. Im Oktober läuft der Mietvertrag aus. Er plant, in seiner Charlottenburger Villen-Immobilie lieber ein Exilmuseum zu etablieren. Diese – zwei gesellschaftlich wertvolle Institutionen gegeneinander ausspielende – Rigorosität hat Iris Berndt nicht nur verletzt.

Der erhoffte, aber bislang fehlende große Rückhalt in der Stadt Berlin, hat sie auch enttäuscht, zuletzt regelrecht frustriert.  Denn weder Bürgerschaft noch Politik konnten sich bislang zu einem klaren Handeln – für eine gesicherte Zukunft des Museums aufraffen. Stattdessen wurde im Senat  laviert und ausgewichen; es gab nur vage Bekundungen und  nebulöse Vorschläge, das Kollwitz-Museum gehöre doch eh in den Prenzlauer Berg, wo die Künstlerin einst lebte.

Nicht das Kämpfen-Müssen, sondern die erlebte Gleichgültigkeit treiben Berndt nun zur harten Konsequenz. Ins womöglich  demnächst erzwungene Quartier Neukölln will sie keinesfalls mit umziehen.

Gerade hatte sie noch  die bemerkenswerte Sonderschau mit Werken der Kollwitz und deren engster Freunde ausgerichtet, auch eine  spannende Interaktion von Gymnasiasten mit dem Kollwitz-Werk initiiert. Am 8. Juli feierte das Museum den 150. Geburtstag der weltbekannten Bildhauerin, Zeichnerin und Kriegsgegnerin. Iris Berndt war dieser Tage noch nach Kaliningrad (Königsberg), Geburtsstadt der Kollwitz, gereist, um dort die von ihr mitgestaltete Ausstellung zu eröffnen.

Nun soll alles vorbei sein? Das Käthe Kollwitz Museum hat Ende August keine Chefin mehr? Kann Kultursenator Lederer das noch abwenden?