Wer am Mittwoch Google benutzt, wird wahrscheinlich über den veränderten Schriftzug der Suchmaschine aufmerksam. Statt in bunten Farben erscheint der Name des Suchmaschinen-Riesen in braunen Lettern vor beigem Hintergrund. Fünf der sechs Buchstaben sind mit kleinen Härchen verziert. Das O wird als Tür dargestellt, aus der ein Käfer mit kleinem Köfferchen heraustritt – eine Hommage an Franz Kafkas berühmtestes Werk "Die Verwandlung" aus dem Jahr 1912.

Die Erzählung handelt vom Handelsvertreter Gregor Samsa, der nach einer unruhigen Nacht in der Gestalt eines Ungeziefer erwacht – schrecklich aussehend, unfähig zur Kommunikation und für die Gemeinschaft nutzlos.

Franz Kafka erblickt am 3. Juli 1883 in Prag das Licht der Welt. Vater Hermann Kafka ist ein wohlhabender jüdischer Kaufmann, Mutter Julie Kafka stammt aus einer vermögenden Bauernfamilie. Der junge Franz studiert Germanistik und Jura und beginnt noch während des Studiums sein literarisches Werk.

Möglicherweise schrieb er schon viel früher, vernichtete aber große Teile seiner Werke – aus Unzufriedenheit und Selbstzweifel. Nach dem Studien-Abschluss 1906 arbeitete Kafka auf Wunsch des Vaters zunächst bei Gericht, später bei einer Versicherung.

Dennoch gehören Kafkas Werke, vor allem seine drei Romane Der Prozess", "Das Schloss" und "Der Verschollene", sein Tagebuch und seine zahlreichen Erzählungen, zur wichtigsten Literatur des 20. Jahrhundert.

Und nicht nur die Literatur, sondern auch den Sprachgebrauch konnte Kafka beeinflussen. Im Duden findet sich bis heute das Wort "kafkaesk" – was so viel bedeutet wie "auf unergründliche Weise bedrohlich".