#Kapuzenpulli: Candystorm für Stefan Plöchinger

Eines vorweg: Gemeingefährliche, schwerkriminelle, superfiese und knallharte Gangsterrapper, also solche testosterongeleiteten Jungmänner, die ihre ganze künstlerische Glaubwürdigkeit aus der Herkunft in einem stadtbekannten Delinquenzmilieu beziehen mit Armut, Gewalt, Drogen und solchen Sachen – solche Männer tragen gern mal einen Hoodie.

Der Berliner Rapper Sido zum Beispiel, jedenfalls manchmal, und das, obwohl der auch ganz nett sein kann. Egal, so ein Kapuzenpullover sieht eben nach Faustrecht und Straßenkampf aus. Dabei lässt sich mit der Kapuze auch das Gesicht verbergen, was sich immer dann, wenn Straftaten begangen werden, als enorm hilfreich erweisen kann.

Bleibt anzumerken, dass außer Gangsterrappern auch vollkommen harmlose und liebenswürdige und sogar rechtschaffene Zeitgenossen etwas von dem grenzlegalen Hoodie-Image auf sich abfärben lassen wollen. In bester Erinnerung ist da noch die Image-Kampagne dieser Zeitung, bei der einige unserer Kollegen in einem Video sowie auf Plakaten, in nachtschwarze Hoodies gewandet, den „bohrenden Blick“ einübten. Etwas Gangster steckt in jedem Journalisten.

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Und also warum nicht auch in Stefan Plöchinger, dem Chef des Online-Portals der Süddeutschen Zeitung? Der Mann trägt gern Hoodie, wie die Zeit neulich erst berichtete. Das müsste uns eigentlich nicht weiter kümmern, doch weil Chefredakteur Kurt Kister den Online-Kollegen zum Mitglied der Chefredaktion machen wollte, die Papierkollegen sich davon aber nicht begeistert zeigten, was wiederum in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit einiger Zustimmung vermerkt wurde – deswegen gibt es nun unter dem Hashtag #Kapuzenpulli auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bildbewehrte Solidaritätsadressen von zahlreichen Journalisten.

Alle mit Hoodie, alles Gangster, alles klar: Ein wuchtiger Candystorm weht durchs Netz.