Katharina Thalbach zählt seit Jahrzehnten zu den profiliertesten deutschen Schauspielerinnen.
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BerlinEs ist den Mitgliedern des Clubs der Filmjournalisten in diesem Jahr offenbar nicht schwergefallen, die beste komödiantische Leistung im deutschen Kino zu bestimmen: Wie die Berliner Zeitung erfuhr, wird Katharina Thalbach für ihre Rolle in „Ich war noch niemals in New York“ mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet, und die Wahl fiel laut Jury „mit überwältigender Mehrheit“ auf die 65-Jährige, die seit Jahrzehnten zu den profiliertesten und populärsten deutschen Schauspielerinnen gehört.

Nachdem sie in den letzten Jahren ihr komödiantisches Können vor allem in schrulligen Nebenrollen unter Beweis stellte, ist die in Ost-Berlin geborene Thalbach in dem von Philipp Stölzl inszenierten Filmmusical „Ich war noch niemals in New York“ in einer hinreißenden Hauptrolle zu sehen.

„Die Verwandlung einer vereinsamten Hausfrau zu einer blinden Passagierin, die auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff wachgeküsst wird, meistert Katharina Thalbach dabei aus dem Handgelenk“, so die offizielle Begründung des Clubs der Filmjournalisten. „Wenn sie dann als frischverliebte Maria Wartberg singt, lacht und tanzt, strahlt sie dabei so viel Lebensenergie und Frohsinn aus, dass sich das bis in die letzten Reihen eines Kinosaals überträgt.“ Dass ein Lubitsch-Preis auch immer ein Lebenspreis sei, den Künstler nur einmal in ihrer Karriere erhalten können, müsse diesmal besonders erwähnt werden.

Preisverleihung am 29. Januar, dem Geburtstag von Ernst Lubitsch

Seit 1958 vergibt der Club der Filmjournalisten Berlin jährlich den Ernst-Lubitsch-Preis. Traditionsgemäß wird die von Erich Fritz Reuter entworfene Bronze-Statuette am 29.Januar verliehen – dem Geburtstag von Ernst Lubitsch. Dies war der Wunsch von Billy Wilder, als er auf die Idee kam, einen nach seinem Freund und Lehrer benannten Preis auszuloben.

Lubitsch wurde 1892 in Berlin geboren. Nach ersten Erfolgen in Deutschland emigrierte er 1922 in die USA, wo er zum einflussreichsten Komödienregisseur Hollywoods wurde. Zu den Preisträgern zählen Gert Fröbe, Heinz Rühmann, Harald Juhnke, Loriot, Mario Adorf, Otto Sander, Christiane Hörbiger, Sophie Rois, Leander Haußmann, Anke Engelke, Peter Simonischek, Charly Hübner und zuletzt Bjarne Mädel und Lars Eidinger.