Kathrin Becker wird Künstlerische Direktorin des Kindl-Zentrums für zeitgenössische Kunst.
Foto: Sandro Martini

BerlinDas Neuköllner Kindl-Zentrum für zeitgenössische Kunst bekommt eine neue künstlerische Direktorin. Kathrin Becker. Im Neuen Berliner Kunstverein in der Berliner Chausseestraße gibt man die tüchtige Geschäftsführerin und engagierte Video-Forum-Leiterin Kathrin Becker nur ungern her.

Aber das Tröstliche: Sie bleibt ja in Berlin, gerade mit ihrer Kompetenz auch für dokumentarische Videokunst und der profunden Kenntnis der hiesigen wie internationalen, insbesondere auch der amerikanischen und russischen Szene. Zudem mit ihrem Drang, die Kunst dringlich zu befragen nach ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit und den politischen Dimensionen in einer globalisierten Welt mit ungerechten Strukturen, mit Kriegen. Gewalt und Terror, in der es keine Gewissheiten mehr gibt.

Die 52-jährige Kunsthistorikerin und Slawistin, die in Bochum, Moskau und St. Petersburg studiert hat – 2013 kuratierte sie die Moskau Biennale – wechselt im Februar 2020 von einer Kunst-Instanz zur nächsten, allerdings rein räumlich vielfach größeren.

Kathrin Becker folgt auf Andreas Fiedler

Das von einem kunstliebenden Schweizer Paar 2011 privat gekaufte und 2016 mit großem Ehrgeiz gegründete Zentrum auf dem historischen, ehemaligen Neuköllner Brauerei-Areal aus der Gründerzeit bietet auf 5500 Quadratmetern Platz für Ausstellungen, Podien und Debatten. Binnen kurzer Zeit hat es sich zu einer wichtigen Institution innerhalb der Berliner Kunstszene entwickelt.

Blick ins Sudhaus des Kindl-Zentrums.
Foto: imago images / PEMAX

Kathrin Becker will, wie sie betont, dieses Potenzial mit Orten wie dem Sudhaus, dem Maschinenhaus, einem kunsthallengleichen Neubau und dem monumentalen, für Videokunst und Performances wie geschaffenen kirchenschiffähnlichen Kesselhaus künftig noch mehr ausschöpfen und sicher auch Richtung Osteuropa erweitern.

Kathrin Becker folgt auf Gründungsdirektor Andreas Fiedler, der das Projekt drei Jahre lang erfolgreich entwickelte und nun wieder als freier Kurator wirken möchte.