Berlin - Der Bayerischen Rundfunk (BR) war schon immer etwas anders als die übrigen ARD-Landesrundfunkanstalten: 1986 klinkten sich die Bajuwaren für kurze Zeit aus dem ARD-Gemeinschaftsprogramm aus, weil ihnen eine Ausgabe von Dieter Hildebrandts Kabarettsendung „Scheibenwischer“ nicht gefiel. 1988 weigerten sich die Hörfunkwellen des BR Udo Jürgens‘ Lied „Gehet hin und vermehret Euch“ zu spielen, weil darin die Haltung der katholischen Kirche zur Empfängnisverhütung kritisiert wird. Und kürzlich entschied der Sender, sich als einzige ARD-Anstalt nicht an der digitalen Kulturplattform des Senderverbundes mit Sitz im sachsen-anhaltischen Halle zu beteiligen. Stattdessen stärkt der BR lieber sein eigenes digitales Kulturangebot.

Solch erratische Beschlüsse fällen in München meist ältere, etwas knorrige Herren, die nicht selten ein Parteibuch der CSU ihr Eigen nennen. Insofern ist die Wahl von Katja Wildermuth zur neuen BR-Intendantin ein Kulturbruch, dessen Tragweite noch gar nicht zu ermessen ist. Und das nicht nur, weil sie nach Dagmar Reim, Patricia Schlesinger (beide RBB), Monika Piel (WDR), Karola Wille (MDR) und Yvette Gerner (Radio Bremen) überhaupt erst die sechste Intendantin in der langen Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland sein wird.

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