Miau: Hape Kerkelings Peterle und Ester Krumbachovás Petinka

Was das erfolgreichste Sachbuch des Jahres und eine Ausstellung im tschechischen Brno verbindet: ein Herz für Katzen.

Eine Katze in der Ausstellung zu Ehren Ester Krumbachovás im Haus der Kunst Brno. 
Eine Katze in der Ausstellung zu Ehren Ester Krumbachovás im Haus der Kunst Brno. CTK/dpa

Wer auch nur über einen Fitzel Menschenkenntnis verfügt, wundert sich nicht, dass Hape Kerkeling das erfolgreichste Sachbuch des vergangenen Jahres geschrieben hat. Kerkeling repräsentiert so etwas wie „Wetten dass..?“ auf zwei Beinen oder einen Weihnachtsbaum im Sommer: Der Mann versteht es, Menschen zu erfreuen. Als er dann mal eine Weile weg war, wurde er schmerzlich vermisst. Allein die Freude über das Wiedersehen trieb also Käufer in die Buchhandlungen. Das Thema kam noch obendrauf: In „Pfoten vom Tisch“ erzählt Hape Kerkeling von den sechs Katzen, die sein Leben begleiteten, von Peterle bis Kitty.

Eine Schwester im Geiste

Nicht repräsentativen Schätzungen zufolge hat jeder zweite Deutsche eine Katze mindestens schon gestreichelt, wenn nicht besessen. Und die andere Hälfte der Bevölkerung kennt Menschen, die Katzen mögen, die man mit einem solchen Buch erfreuen könnte. Darüber, dass Hunde die zuverlässigeren Haustiere sind, wird an dieser Stelle geschwiegen. Denn der Umweg in diesem kurzen Text ist schon weit genug. Eigentlich soll die Rede sein von einer Schwester im Geiste Kerkelings, auch wenn der sie vielleicht nie kennengelernt hat.

Sechs Auto- oder achteinhalb Zugstunden von Berlin entfernt, in Brno (Brünn), wird gerade Ester Krumbachová (1923–1996) im Dum omení, dem Haus der Kunst, gewürdigt. Als bildende Künstlerin, Autorin, Theater- und Filmregisseurin zählte sie zu den wichtigsten Persönlichkeiten der tschechischen Kultur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung zeigt bis 6. März Gemälde und Zeichnungen, Kostümentwürfe, Schmuck, Tagebücher und Fotografien. Die Künstlerin hielt Katzen und schrieb ihnen Briefe; deshalb sind auch Katzen in der Schau präsent.

Objekte zum Mitnehmen

Ausgeliehen von einer Rettungsstation, stromern zwölf Tiere durch die Ausstellung. Ein tschechisches Magazin nennt ihre Namen: Aran, Johánek, Mauglinka, Petinka und so weiter. Die Katzen sind so lebendig wie einst der kleine Kojote von Joseph Beuys in New York, wie Rosemarie Trockels Schweine auf der Documenta in Kassel oder Carsten Höllers Rentiere im Hamburger Bahnhof Berlin. Eine Warnung für Allergiker hängt am Eingang.

Ist das Kunst oder kann das weg, pflegt man heute gern witzelnd zu sagen. Hape Kerkeling hat sich auch in Sketchen schon über manch großen Ernst in der Kunst amüsiert. Die Katzen der Krumbachová können weg. Sie werden vertrauenswürdigen Ausstellungsbesuchern mit nach Hause gegeben.