Jürgen Burkhardt, 63, ist ein Mann der Superlative. Das hängt vor allem mit seinem imposanten Backenbart zusammen, der ausgerollt eine Spannweite von 1,80 Metern hat. Damit brachte es Burkhardt schon zu internationalen Ehren, der Mann aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart ist Superbart-Weltmeister aller Klassen, mehrfacher Weltmeister und Europameister, Olympiasieger der Backenbärte, Internationaler Deutscher Meister, Bart des Jahres … 

Nun könnte man glauben, dass eine Mund-und-Nasen-Schutzmaske bei dieser Bartpracht zu einem Problem wird. Aber weit gefehlt: „Für den Alltag habe ich mir eine Maske von einer Schneiderin anfertigen lassen“, erklärte Burkhardt jetzt der Deutschen Presse-Agentur. Der Präsident und Gründer des Bart- und Kulturclubs „Belle Moustache“ und Vize-Präsident des Weltbart-Verbandes möchte mit gutem Beispiel vorangehen und lässt keine Ausreden gelten.

Foto: dpa/Marijan Murat
Sehr praktisch: Jürgen Burkhardt klemmt seine Bartzwirbel unter das Masken-Gummi.

Das gilt auch für die möglicherweise bald überall geltende Tragepflicht für FFP2-Masken. Sie filtern mehr Partikel als andere Masken und schützen ihre Träger besser. Dafür müssen sie allerdings dicht am Gesicht anliegen. Auch hier ist Burkhardt dabei, allerdings müssen die Masken eine gewisse Größe haben, weil sie sonst unter dem Kinn nicht hundertprozentig dicht sind. Durchsichtige Visiere kämen dagegen nicht infrage, „weil sie immer beschlagen sind“.

Die FFP2-Maske bietet indes noch einen anderen Vorteil: Burkhardt kann seine langen Zwirbel an den Seiten zwischen die Gummis klemmen – was den Bart praktischerweise gleich in Form hält. Im Alltag trägt er seinen Bart ansonsten in zwei großen Rollen mit zehn Zentimetern Durchmesser: Das sieht im Vergleich zum Masken-Gummi auch nicht gerade elegant aus. Damit die Maske gut passt, empfiehlt sich allerdings, das Barthaar kompakt zusammenzuflechten.

Das ist eben der Alltagslook. Denn nur für Wettkämpfe rollt Burkhardt seinen Bart links und rechts zu fünffachen Spiralen auf. Damit erfüllt der Fotograf und Designer eher ästhetische Kriterien, alltagstauglich sind die feinverzwirbelten Kunstwerke nicht.