Köln - Das Kika-Paar Malvina und Diaa steht nach Drohungen aus dem Internet seit dem Wochenende unter Polizeischutz, wie „hessenschau.de“ berichtet.

Bereits im November war eine Reportage des „Hessischen Rundfunk“ über das deutsch-syrische Paar im Kinderkanal (KiKa) ausgestrahlt worden. Doch erst in den vergangenen Tagen wurden die Deutsche Malvina und der Syrer Diaa massiv auf rechten Internetseiten angegriffen.

Streifenwagen zum Schutz

Zunächst sei für das Paar aus Fulda ein Notrufsystem eingerichtet worden. Als die Kommentare aus dem Internet allerdings immer bedrohlicher wurden, habe die Polizei nun auch einen Streifenwagen zum Schutz der beiden eingesetzt.

„Wir fühlen uns von der Politik und der Polizei allein gelassen. Einzig der KiKa steht hinter uns“, sagte Malvina in einem Artikel, der am Samstag bei „Fulda Aktuell" erschien.

„Was ich nicht verstehe, ist, dass die Menschen mein Kindeswohl gefährdet sehen, aber mich im gleichen Zug beleidigen. Gefährden sie nicht dann mein Kindeswohl?“, wird die Schülerin in dem Artikel zitiert.

Falsches Alter angegeben

„Malvina, Diaa und die Liebe“ heißt der Film, den der Kinderkanal bereits am 26. November ausstrahlte. Doch erst seit einigen Tagen tobt im Internet ein erbitterter Kampf über die Produktion.

Erst wurde öffentlich, dass das Alter des jungen Mannes aus Aleppo auf der Kika-Seite mit 17 Jahren falsch angegeben war. Er war zwar 17, als er seine Freundin kennenlernte. Mittlerweile ist er laut Hessischem Rundfunk jedoch schon 20 Jahre alt.

Einen bedauerlichen Fehler nennt das Gabriele Holzner, die Fernsehdirektorin des Hessischen Rundfunks, der den Film für den Kika produziert hat. Doch an einen solchen wollen viele Kritiker nicht glauben.

Die Stimmung ist aufgeheizt

Besonders nach der Ermordung einer 15-jährigen Deutschen durch ihren Ex-Freund, einen Flüchtling aus Afghanistan, über dessen wahres Alter es Unsicherheit gibt, ist die Stimmung aufgeheizt.

Außerdem hatte Diaa die Seite des bekannten Salafisten Pierre Vogel bei Facebook gelikt.

In einem FAQ des „Hessischen Rundfunk“ zu dem Fall heißt es: „Uns beim hr hat das auch sehr irritiert. Wir haben ihn extra dazu befragt und er hat uns dazu erklärt, er habe auf ein  Gewinnspiel reagiert, bei dem es einen Flug nach Mekka zu gewinnen gab. Wir haben recherchiert, dass es diese Gewinnspiele tatsächlich gibt. Gleichzeitig hat er uns versichert, dass er sich von jeglichem Islamismus und Extremismus distanziert.“

„Facebook-Post war ein Scherz“

Nach Angaben der „Welt“ habe Diaa in einem Facebook-Post auf Arabisch geschrieben: „Ich werde bewirken, dass alle Deutschen zum Islam konvertieren“. „Das war als Scherz gemeint“, sagte Christian Bender vom HR der Zeitung. Er habe mit Diaa darüber gesprochen.

Der HR schreibt, dass Diaa inzwischen auf Anraten der Polizei in Fulda sein Facebook-Profil gelöscht habe. (red/Burgmer)